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Vor Ort: Nord

Hannover

Klarer Sieg bei Betriebsratswahlen

Foto: AOS Betriebsrat

Die IGBCE ist als klare Siegerin bei den Betriebsratswahlen im Landesbezirk hervorgegangen: Drei von vier Mandaten gingen an Gewerkschaftsmitglieder. Zwischen März und Mai 2026 haben rund 18.400 Beschäftigte ihre betrieblichen Vertretungen gewählt. Mit einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent liegt der Norden damit um zwei Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.
„Das ist ein überzeugender Wahlsieg und zeigt sehr deutlich, wie tief die IGBCE in den Belegschaftsvertretungen verwurzelt ist“, sagte IGBCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker.

Foto: privat

Mit Lea-Sophie Funk und Felix Merbt (kleine Bilder) zogen bei AOS Stade und SMP Oldenburg zwei ehemalige Jugend- und Auszubildendenvertretende in die Gremien ein. Der Trend zur Verjüngung sorgt für frischen Wind in den Betrieben: Lea-Sophie Funk versprach, sich mit „Haltung, Herz und junger Stimme“ für die Mitbestimmung einzusetzen.
Der neue Betriebsrat um Felix Merbt hat der Geschäftsführung bereits die erste Ressourcenplanung überhaupt abgerungen, um Mehrarbeit aufgrund von Anlagenstillständen abzubauen.

Bad Münder

Wohin will die Jugend?

Neuausrichtung der IGBCE-Jugend: Junge Kolleginnen und Kollegen aus dem Landesbezirk diskutieren Bedürfnisse und Ziele.

Foto: privat

Wofür stehen wir? Und wie soll die zukünftige Jugendarbeit der IGBCE aussehen? Darüber diskutierten junge Mitglieder aus dem Landesbezirk Nord Ende Mai bei einer Jugendwerkstatt in Bad Münder.

„Die Bedürfnisse und die Ziele der Jugend – und damit die Erwartungen an ihre IGBCE haben sich gewandelt“, berichtet Teilnehmerin Antonia Trapp. Die bundesweiten Jugendwerkstätten sind Teil eines Prozesses, in dem der Bundesjugendausschuss ein neues Leitbild entwickelt. Dabei zeichnen sich erste Ergebnisse ab: Gewünscht werden mehr Präsenz in den Betrieben und auf Social Media sowie eine stärkere Positionierung bei politischen Themen.

Serie: Ausbildung im Norden / Glückstadt

Neue Azubis begeistern mit Herzblut

Stärken sozialen Zusammenhalt: Azubi-Projekte wie die Papierboot-Regatta.

Foto: Steinbeis

Jugendliche für einen Beruf zu begeistern, den die meisten nicht kennen: Das gelingt Steinbeis Papier bei der Ausbildung für Papiertechnologie vorbildlich. Das Rezept: persönliches Recruiting und – wenn die Auszubildenden im Betrieb angekommen sind – intensive Begleitung.

Der Glückstädter Papierhersteller ist an allen weiterführenden Schulen im Umkreis und auf Ausbildungsmessen präsent und versucht, die Jugendlichen für Zukunftstag, Praktika und Ausbildung zu begeistern. Auch über Website, Ausbildungsportale und vor allem Social Media geschieht die Ansprache. Maßgeblich unterstützt wird das Recruiting durch die Auszubildenden selbst, die Einblicke in die Ausbildung geben, Fragen beantworten und als Patinnen und Paten fungieren.

Ausbilder Torsten Kletzin begleitet die Azubis fachlich und persönlich ‒ in Vollzeit. Er unterstützt bei schulischen Fragen, organisiert Werkunterricht, bereitet auf Fachgespräche vor. Gleichzeitig achtet er auf die soziale Einbindung, vermittelt bei Problemen zwischen den Jugendlichen und Vorgesetzten. Der Industriemeister beobachtet, dass die psychischen Belastungen zugenommen haben. Deshalb sucht er die Jugendlichen auch schon mal zu Hause auf, unterstützt in schwierigen Situationen: „Wir investieren viel Herzblut, dass die jungen Menschen zu uns kommen, sich wohlfühlen und bleiben.“

Lübeck

So nicht mit uns!

Foto: IGBCE

Immer neue Sparrunden, weiterer Stellenabbau, die Sorge vor einer Verlagerung nach China: Rund 250 Beschäftigte des Labor­diagnostik-­Herstellers Euroimmun protestierten am 1. Juli 2026 gegen die aus ihrer Sicht intransparente Unternehmenspolitik. Zeitgleich verhandelten die Geschäftsführung des zum US-Konzern Revvity gehörenden Unternehmens, Tarifkommission und IGBCE über die Zukunft des Standorts Lübeck. Nach einer ersten Entlassungswelle hatte der Konzern bereits 2025 angekündigt, bundesweit weitere 520 Arbeitsplätze – rund jede vierte Stelle – abzubauen.

Zusätzliche Verunsicherung löste die jüngste Bestätigung der Geschäftsführung aus, die Niederlassung in China solle in ein eigenständiges Unternehmen überführt werden und die Produktion für den chinesischen Markt übernehmen. Die IGBCE befürchtet, dass die gesamte Produktion und Entwicklung langfristig nach China verlagert werden könnten. Thomas Pfeiffer, Betriebsrat und Vorsitzender der Vertrauensleute: „Alle leiden unter der unklaren Situation. Besonders das Tempo und die Tragweite der Umstrukturierung sorgten für Verunsicherung zumal der Standort weiterhin schwarze Zahlen schreibt.“ Der Betriebsrat fordert eine verbindliche Standortsicherung sowie den Verzicht auf weitere Entlassungen.

Kiel

Industriepaket ist fertig

Foto: Bildungsministerium

IGBCE Nord und DGB Nord haben am 15. Juni 2026 mit Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsverbänden eine industriepolitische Agenda für Schleswig-Holstein verabschiedet. Deren Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen im Land zu stärken.

Hannover

Kommunen stärken

Foto: DGB

Mit Schokomünzen forderten IGBCE und DGB Niedersachsen die Landesregierung am 28. Juni 2026 dazu auf, ihre Kommunen spürbar zu entlasten. Nur mit ausreichendem Finanzpolster können sie in Gute Arbeit, Bildung, Kultur und soziale Angebote investieren, sagte Petra Adolph, stellvertretende Landesbezirksleiterin.

Hannover

Tarifabschluss Zement

Es gibt einen Tarifabschluss für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Zement- und Dämmstoffindustrie. Danach steigen die Einkommen um 2,8 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwölf Monaten.


Nord

„Wofür ich stehe“ – Kommunalwahlen in Niedersachsen

Foto: Daniel Bödeker

„Mein Herzensthema ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Voraussetzung dafür ist eine gute und verlässliche Kinderbetreuung. Als fünffacher Vater und Mitglied im Kinder- und Jugendausschuss der Stadt Burgwedel setze ich mich für den Ausbau der Angebote für Kinder und Jugendliche ein.“

Matthias Tote,
Gesamtbetriebsratsvorsitzender Continental, kandidiert in Burgwedel

Foto: IGBCE

„Unsere Stadt und die umliegenden Dörfer sollen lebenswert bleiben. Grundlage dafür ist ein wertschätzender, respektvoller Umgang miteinander. Wir entwickeln uns als Kommune nicht weiter, wenn alle nur meckern und sich gegenseitig angreifen. Entwicklungen können wir nur gemeinsam anstoßen.“

Anja Görlich,
Betriebsratsvorsitzende Albemarle, kandidiert in Bad Gandersheim

Foto: privat

„Ich möchte Politik für Menschen machen, nicht für Parteiinteressen. Deshalb setze ich auf Kompromisse, um sinnvolle Anträge durchzubekommen. Das habe ich in der Betriebsratsarbeit gelernt: Blockaden helfen niemandem weiter. Es geht immer darum, ein Ergebnis zu erzielen, mit dem alle leben können.“

Michael Schulze,
Gesamtbetriebsratsvorsitzender Shell, kandidiert in Winsen