Editorial

Die Realität ist noch schlimmer

Es kommt eher selten vor, dass eine amtliche Statistik drastischer ausfällt als die Zahlen, mit denen in der nach Superlativen lechzenden öffentlichen Diskussion hantiert wird. Insofern ist der vorliegende Fall eine traurige Ausnahme. 177.000 Arbeitsplätze, rechnete die Bundesagentur für Arbeit unlängst vor, sind 2025 in der deutschen Industrie verloren gegangen. Es sind also nicht die häufig zitierten 10.000 Jobs im Monat, die wir aktuell verlieren. Es sind fast 15.000. Gut 50 Prozent mehr.

Der Aufschrei darüber ist in den Medien ausgeblieben, die Nachricht wurde meist lakonisch in den Meldungsspalten abgehandelt. Chronistenpflicht nennt man das im Journalismus. Ganz offensichtlich ist dem Land schleichend die Sensibilität dafür abhandengekommen, welche Bedeutung Industriearbeit für unser Gemeinwesen hat. Steuern und Abgaben flossen ja beständig wie der Strom aus der Steckdose. Inzwischen schwant der Politik, was da gerade wegbricht. Aber ihre Antworten darauf sind teils zum Kopfschütteln. Mehr dazu in unserer Hintergrundstory.

Lars Ruzic, Chefredakteur
lars.ruzic@igbce.de


Schulterblick

Aus der Produktion dieser Ausgabe

Foto: Maria Irl

Making of Bratwurst

Für einen Beitrag über unsere Sommerkampagne waren wir am Grill. Während sich Michael Heck mit der Filmkamera verrenkt, posiert Romeo Nincevic (Landesbezirk Bayern) kurz für die Fotokamera und passt dann wieder auf, dass nichts anbrennt.

Foto: Moritz Küstner

Von 36 auf 9 Grad

Im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus kamen wir im Juni bei 36 Grad Celsius ganz schön ins Schwitzen. Eine wohltuende Abkühlung bescherte der Besuch einer Tropfsteinhöhle: Dort fiel die Temperatur auf erfrischende neun Grad.

Foto: Jan Richard Heinicke

Keep it simple

Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten: Ein kleines Post-it lotste beim Tag der offenen Tür des Betriebsrats bei Bayer in Leverkusen die Gäste – und unseren Fotografen Jan Richard Heinicke sicher ans Ziel.