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Contitech
IGBCE und Betriebsrat fordern Käuferzusagen ein
Mit dem Verkauf von Contitech wird Continental zu einem reinen Reifenhersteller.
Foto: Picture Alliance/dpa | Ole Spata
Anfang Juli hat der Aufsichtsrat der Continental AG dem Verkauf der Industriesparte Contitech an Lone Star Funds zugestimmt.
„Wir konnten als Arbeitnehmervertretung den Verkauf nicht verhindern. Deshalb haben wir Betriebsräte gemeinsam mit der IGBCE den Prozess konstruktiv-kritisch begleitet. Ein wichtiges Ergebnis ist das mit dem Arbeitgeber in den vergangenen Monaten ausgehandelte umfassende Transformationspaket. Ein Eckpunktepapier verpflichtet als weiteres Element den Käufer unter anderem zu Investitionen, Arbeitsplatzsicherung und zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Deutschland“, sagte der stellvertretende Continental-Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Hasan Allak.
„Der Käufer hat zudem zugesichert, mit uns über seine Geschäftspläne zu sprechen, in Verhandlungen über verbindliche Vereinbarungen einzutreten sowie Perspektiven für Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen. Wir haben uns deshalb dem Verkauf nicht entgegengestellt und geben damit einen erheblichen Vertrauensvorschuss“, betonte Allak.
„Als Gewerkschaft IGBCE sind wir von den Gründen für den Verkauf von Contitech nach wie vor nicht überzeugt. Wir betrachten zudem die hohe Ausschüttungsquote zugunsten der Aktionäre kritisch. Ein Löwenanteil des Verkaufserlöses wird als Sonderdividende ausgeschüttet beziehungsweise zur Kurssteigerung verwendet werden“, erklärte Francesco Grioli, Mitglied des Continental-Aufsichtsrats und des geschäftsführenden Hauptvorstands der IGBCE.
„Ungeachtet dessen setzen wir im Interesse der Beschäftigten nun auf den verbindlichen Dialog mit dem neuen Eigentümer. Sollte aber zu seinen Plänen der weitere Arbeitsplatzabbau gehören, der noch über den bereits von Continental beschlossenen massiven Rahmen hinausgeht, wird das auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen. Wir stehen auch künftig als IGBCE bei Continental und Contitech an der Seite der Betriebsrätinnen und Betriebsräte!“ sagte Grioli.
„Für uns als Betriebsrätinnen und Betriebsräte von Contitech gibt es nun wenigstens eine Antwort, mit wem wir über die Perspektiven des Unternehmens in Deutschland sprechen können. Das abgeschlossene Transformationspaket samt Eckpunktepapier bietet dafür eine sehr gute Grundlage. Wir bauen darauf, dass uns der neue Eigentümer besser zuhört, als es das bisherige Top-Management oft getan hat“, sagte Matthias Tote, Continental-Aufsichtsratsmitglied und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Rubber. „Wir bieten dem Eigentümer mit Blick auf die Zukunft der Contitech-Arbeitsplätze in Deutschland eine vernunftgeprägte Zusammenarbeit an. Voraussetzung ist eine ernst gemeinte und gelebte Sozialpartnerschaft!“
50Hertz
5,7 Prozent Plus und Einmalzahlung
50Hertz treibt den Netzausbau voran – an Land und auf See.
Foto: 50Hertz
In der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den Berliner Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz haben sich IGBCE und der Arbeitgeber Anfang Juli auf ein Ergebnis geeinigt. Ab dem 1. August 2026 steigen die Entgelte für die mehr als 2.500 Beschäftigten des Unternehmens um 3,0 Prozent. Ab dem 1. August 2027 steigen die Entgelte um weitere 2,7 Prozent für weitere 13 Monate Laufzeit. Zudem erhalten die Beschäftigten im September 2027 eine Einmalzahlung von 900 Euro (Azubis 450 Euro).
Nach „intensiven und anspruchsvollen Verhandlungen“ sei es gelungen, einen Tarifabschluss für die Beschäftigten zu erzielen, erklärte IGBCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. Die Arbeitgeberseite habe ihr Angebot in der dritten Runde „spürbar nachgebessert“, so Nieden. „Damit konnten reale Einkommenssteigerungen sowie zusätzliche Verbesserungen über die Vergütung hinaus durchgesetzt werden.“
mit mehr als 3.000 Mitgliedern gibt es aktuell im Bereich der IGBCE. Sie sind starke Stimmen für faire Tarife und gestalten Arbeitsbedingungen aktiv mit. Alle vier Jahre werden die Mitglieder der Tarifkommissionen neu gewählt – in diesem Jahr zwischen dem 1. Juli und dem 30. November. Die Wahl findet in den jeweiligen Betrieben vor Ort statt.
Newsticker
Feinkeramische Industrie
Anfang Juli hat sich die gemeinsame Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der IGBCE und der Arbeitgeber erstmals getroffen. Sie soll Vorschläge für einen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder in Verbindung mit Altersfreizeiten erarbeiten. Darauf hatten sich beide Seiten beim Tarifabschluss im Januar 2026 geeinigt. Bei dem konstruktiven Treffen wurden zentrale Themen gesammelt und erste Gespräche zu mitgliederexklusiven Altersfreizeiten, flexibleren Kombinationen aus Geld und Zeit sowie sichtbaren Vorteilen für Gewerkschaftsmitglieder geführt. Die Gespräche werden im Herbst fortgesetzt.
MIBRAG
Ende Juni haben sich IGBCE und die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) auf einen Tarifabschluss geeinigt. Er bringt den rund 1.200 Beschäftigten mehr Geld im Portemonnaie und beteiligt sie zudem am Unternehmenserfolg. Die Entgelte steigen ab 1. Juni 2026 um 100 Euro und ab dem 1. Juni 2027 um weitere 2,0 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich analog um jeweils 30 Euro. Außerdem schlossen die Tarifpartner einen Tarifvertrag zur Beteiligung am Unternehmensergebnis ab, der für das Wirtschaftsjahr 2026 einen Bonus von 200 Euro garantiert (Auszahlung im April 2027). Ab 2027 wird ein gewinnabhängiger Jahresbonus von mindestens 50 Euro ausgezahlt.