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Vor Ort: Bayern
Burghausen
Hightech braucht starke Mitbestimmung
Zukunftsgerichtetes Signal: Michael Vassiliadis ist zu Besuch bei Siltronic.
Foto: IGBCE
Sein Besuch setzte ein deutliches Zeichen für die industrielle Zukunftssicherung im Land und die Bedeutung starker Mitbestimmung. Auf Einladung des Betriebsrats sprach Michael Vassiliadis Ende Mai bei der Siltronic-Betriebsversammlung in Burghausen vor zahlreichen Beschäftigten über die Herausforderungen und die Chancen einer Branche, die für den Wirtschaftsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung ist. Siltronic produziert hochreine Siliziumwafer – die Grundlage moderner Halbleiter und damit nahezu jeder digitalen Wertschöpfungskette.
In seiner Rede unterstrich der IGBCE-Vorsitzende die zentrale Rolle der Halbleiterindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Zudem hob er die tiefgreifenden Umbrüche hervor, vor denen die Industrie steht. Damit dieser Wandel gelinge, brauche es mehr als technische Innovationen. Tarifverträge, Qualifizierung und Mitbestimmung seien entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation und sichere Arbeitsplätze. Zugleich warb er: Wer Deutschlands industrielle Stärke erhalten wolle, müsse gezielt in Zukunftstechnologien und die Menschen investieren, die sie voranbrächten.
Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung erhielt Vassiliadis Einblicke in eine hoch automatisierte Fertigung, die Präzision, Innovation und hervorragend qualifizierte Beschäftigte vereint. Im Austausch mit den Mitarbeitenden stand deren Erfahrung ebenso im Mittelpunkt wie die Frage, wie gute Arbeit auch künftig gesichert werden kann. Damit verbunden war ein starkes gemeinsames Signal: Die Zukunft der Halbleiterindustrie entsteht dort, wo Unternehmen, Beschäftigte, Betriebsrat und Gewerkschaft an einem Strang ziehen.
Erbendorf
Betriebsrätekonferenz gibt wichtige Impulse
Rund 150 Teilnehmende waren dabei.
Foto: IGBCE
Mit rund 150 Teilnehmenden war die Betriebsrätekonferenz des IGBCE-Bezirks Nordostbayern Anfang Juli ein voller Erfolg. Neben dem Austausch zu aktuellen Themen der Mitbestimmung bot das Zusammenkommen zahlreiche Möglichkeiten für Information und Vernetzung, wertvolle Gespräche, neue Kontakte und wichtige Impulse für die betriebliche Arbeit.
Beispielsweise informierten die DGB-Rechtsschutzbüros über arbeits- und sozialrechtliche Fragestellungen, die Gewerkschaftliche Unterstützungseinrichtung (GUV) der IGBCE stellte ihre Angebote ebenso vor wie das KAAT.net, das Kompetenznetzwerk für Kaufleute, Akademikerinnen und Akademiker sowie außertariflich Beschäftigte.
Der Bildungsanbieter BWS informierte über seine vielfältigen Bildungs- und Qualifizierungsangebote für Betriebsräte und Vertrauensleute. Außerdem war ein Rentenberater vor Ort, der Fragen rund um Rente, Altersvorsorge und Rentenansprüche beantwortete. Ein besonderes Highlight war das Kennenlern-Bingo, das die Teilnehmenden locker miteinander ins Gespräch brachte und die Vernetzung förderte.
Nürnberg
Mitbestimmung gemeinsam stärken
Bezirkskonferenz versorgt Teilnehmende mit neuer Energie für ihre Betriebe.
Foto: Florian Köhler
Unter dem Motto „Stark starten. Gemeinsam WIRken. Zukunft gestalten.“ kamen auf der Betriebsräte-Vollkonferenz des IGBCE-Bezirks Nürnberg im Juni rund siebzig Betriebsratsmitglieder auf der Nürnberger Kaiserburg zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Mitbestimmung in Zeiten von Transformation, Digitalisierung, Fachkräftemangel und wirtschaftlichem Wandel wirksam gestaltet werden kann. Der branchenübergreifende Austausch zeigte: Viele Herausforderungen ähneln sich und gute Lösungen entstehen im Dialog.
Bezirksleiterin Sabrina Emrich machte in ihrer Keynote deutlich, dass erfolgreiche Mitbestimmung auf Haltung, Beteiligung, Dialog und Vertrauen basiert. Weitere Impulse lieferten Frank Müller zum Thema Gerechtigkeit als Erfolgsfaktor sowie Fachleute der IGBCE, des DGB-Rechtsschutzes und des Kompetenznetzes Transformationsberatung mit praxisnahen Beispielen und Strategien für die betriebliche Interessenvertretung.
In Workshops entwickelten die Teilnehmenden konkrete Ansätze für ihre Arbeit vor Ort. Zurück in die Betriebe geht es mit vielen neuen Ideen, gestärkten Netzwerken und konkreten Impulsen für die Praxis. Eine zentrale Botschaft des Tages: „Mitbestimmung ist kein System, das für dich arbeitet. Es ist ein System, das durch dich wirkt.“
München
Im Landtag
Foto: IGBCE
Der Frauenausschuss des IGBCE-Bezirks Augsburg hat den Bayerischen Landtag besucht und dabei politische Entscheidungsprozesse aus nächster Nähe erlebt. Die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr führte durch das Parlamentsgebäude und gab Einblicke in die Arbeitsweise des Landtags. Im anschließenden Austausch standen die Anliegen von Gewerkschaftsfrauen im Mittelpunkt. Der Ausschuss übergab eine Resolution gegen weitere Kürzungen im Sozialsystem und unterstützte mit einer Fotoaktion die Sozialstaatskampagne des DGB. Kritisch thematisiert wurde zudem die aus Sicht des Ausschusses unzureichende Finanzierung von Frauenhäusern in Bayern. Zum Abschluss verfolgten die Teilnehmerinnen den Auftakt der Haushaltsdebatte. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der demokratische Austausch im Parlament ist – auch wenn die geplanten Kürzungen etwa bei der Gehörlosenhilfe, beim Kinderstartgeld oder beim Landespflegegeld auf deutliche Kritik stießen. Die Teilnehmerinnen zogen dennoch ein positives Fazit: Der Besuch unterstrich die Bedeutung gewerkschaftlicher Interessenvertretung im politischen Dialog.
Wieder daheim
Der IGBCE-Landesbezirk Bayern und der IGBCE-Bezirk München sind umgezogen: Seit dem 10. Juli sind beide wieder in gewohnter Umgebung daheim: Im neu gebauten Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße 64, 80336 München, finden sich künftig wieder alle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Landesbezirks und des Bezirks unter einem Dach. Gemeinsam mit den anderen Schwestergewerkschaften ist die IGBCE im Freistaat damit wieder in ihrem traditionellen Heimathaus in München angekommen.
Straubing
Bildung weiterdenken
Lebhafter Austausch in Straubing.
Foto: IGBCE
Die Referierenden des Landesbezirks treffen sich viermal im Jahr, um sich untereinander über die Seminare auszutauschen, aber auch, um sich über Neuerungen in der BWS, dem Bildungsanbieter der IGBCE, oder auch in der Rechtsprechung zu informieren.
Beim diesjährigen Arbeitskreistreffen Ende Juni in Straubing diskutierten 13 Referierende die aktuellen Entwicklungen in der Organisation, Trends in der Erwachsenenbildung und insbesondere die Frage, wie man geschlechtergerecht unterrichten kann. Landesbildungssekretär Stefan Plenk zeigte sich am Ende der Tagung sehr zufrieden: „Ich freue mich, dass wir einen sehr aktiven Arbeitskreis haben, der auch mehrere Nachwuchsreferierende aus unseren Bezirken verzeichnen kann.“
Das nächste Treffen findet digital am 9. September zum Thema aktuelle Rechtsprechung statt.