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Vor Ort: Hessen-Thüringen
Karben
„Ich spiele nicht mit Arbeitsplätzen“
Abdullah Ekinci in der Werkhalle.
Foto: Wolfgang Lenders
Als 2017 die Zukunft seines Betriebs auf der Kippe stand, ließ Abdullah Ekinci nicht locker. Fast ein Jahr lang verhandelte er mit dem Arbeitgeber, dem Automobilzulieferer Contitech in Karben. Heraus kam eine Vereinbarung, die Entlassungen vermied und den Betrieb für die Zukunft fit machte. 2025 hat Contitech den Geschäftsbereich unter dem Namen OESL verkauft. Ekinci verlässt nun das Unternehmen.
2017 war Abdullah Ekinci stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Für ihn war klar: „Ich spiele nicht mit dem Arbeitsplatz eines Menschen. Ich werde uns nicht billig verkaufen. Ich werde für die Mitarbeiter das Beste rausholen.“ Hart, aber konstruktiv mit dem Unternehmen zu verhandeln, zu kooperieren und eine Lösung zu finden, die gleichzeitig im Interesse der Beschäftigten und des Unternehmens ist: Das war seine Strategie. „Wir wollten einen Sozialplan und Interessenausgleich vermeiden“, sagt er. „Bei einer Sozialauswahl müssen meistens die Jüngeren gehen. Aber wenn die Jüngeren gehen und die Älteren bleiben, hat der Betrieb keine Zukunft.“
Die Idee: Mithilfe von intelligenten Regelungen und Weiterbildung ein Team schaffen, das den Betrieb in die Zukunft führen kann. „Die langen Verhandlungen waren nervenzehrend“, berichtet Ekinci. Entscheidend sei die Zusammenarbeit mit der IGBCE gewesen. „Ohne die Gewerkschaft hätten wir das nicht gekonnt.“ Die im Januar 2019 abgeschlossene Vereinbarung setzte auf eine Reduzierung der Arbeitsplätze durch reguläre Renteneintritte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. Das Unternehmen sagte Investitionen zu und verlagerte zusätzliche Aufgaben nach Karben. Die Beschäftigten leisteten einen Zukunftsbeitrag. Ekinci: „Wir haben darauf geachtet, dass die Kolleginnen und Kollegen die Zahlungen, die sie regelmäßig bekamen, behalten konnten.“ Als die Vereinbarung zur Beschäftigungs- und Standortsicherung fünf Jahre später auslief, hatte sie sich gut bewährt. Daher einigten sich Unternehmen und Betriebsrat 2023 auf drei Jahre Verlängerung.
Abdullah Ekinci hat 1988 in der Handbiegerei angefangen. Dort wurden etwa Teile für Servolenkungen und Bremsleitungen angefertigt. 2001 wurde er Betriebsrat. Von 2006 bis 2023 war er stellvertretender Vorsitzender, von 2023 bis 2026 Vorsitzender. In diesem Jahr hat er noch einmal den stellvertretenden Vorsitz übernommen. Außerdem hat er in zahlreichen Ausschüssen und Gremien mitgearbeitet, unter anderem im Europaforum, im Gesamtbetriebsrat und im Aufsichtsrat.
Im September stehen möglicherweise Verhandlungen über eine Verlängerung der Vereinbarung an. Wenn sie zustande kommt, dann dieses Mal ohne Abdullah Ekinci. Er vertraut voll auf sein Gremium und die IGBCE: „Wir haben einen sehr erfahrenen Betriebsrat, der gut auf die gemeinsamen Verhandlungen vorbereitet ist.“
Gießen
Neues Handyspiel
Ablenkung willkommen? Da hilft „IGBCE Slider“, ein Spiel für Smartphone und Computer, das die IGBCE Mittelhessen präsentiert. Bei der Mischung aus Tetris und Schiebespiel gilt es, Reihen mit Symbolen mit gewerkschaftlichem Bezug so zu verschieben, dass mindestens drei gleiche Symbole nebeneinander stehen. Gelingt dies, verschwinden die Symbole und es fallen neue von oben herab. Schwieriger wird das Verschieben dadurch, dass mit der Zeit Schlösser auf einzelnen Symbolen erscheinen und das Bewegen der Reihen blockieren. Wer sich durch die Level gekämpft und einen guten Punktestand erreicht hat, kann ihn in einer Highscore-Liste abspeichern und mit anderen Spielerinnen und Spielern vergleichen.
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Darmstadt
Gemeinsam unterwegs
Foto: Bezirk Darmstadt
Am 6. Juni hieß es für die Bikerinnen und Biker des IGBCE-Bezirks Darmstadt: Helm auf, Gang rein und ab auf die Straße! Rund 200 Kilometer fuhren sie gemeinsam durch den Odenwald. Die Route hatte es in sich: kurvige Strecken, grüne Landschaften und die Überfahrt mit der Neckarfähre – ein willkommenes Motiv für Erinnerungsfotos. Höhepunkt war dann die Besichtigung von Schloss Hirschhorn.
Borken