Bunt, aber nicht bodenlos
Jugendliche aus den IGBCE-Landesbezirken Hessen-Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern haben sich am Bodensee getroffen.
Gut gelaunt beim Gruppenbild: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens.
Am Strand hinter den Büschen lockt das Wasser des Bodensees, doch noch gibt es Probleme: Stangen liegen auf der Wiese, und daneben zusammengeknüllt ein Bündel Stoff, das eigentlich längst als Zelt aufgebaut sein sollte. Etwas ratlos schauen die Besitzerinnen und Besitzer in die Bedienungsanleitung. Sie haben sich entschieden, mit ihrem eigenen Zelt anzureisen – und das muss erst einmal stehen. Während bei den einen der Aufbau noch läuft, haben sich andere schon in den Gruppenzelten mit Etagenbetten eingerichtet, der alternativen Unterkunftsmöglichkeit im DGB-Jugendcamp direkt im Radolfzeller Ortsteil Markelfingen.
Für das Wochenende gehört das Camp der IGBCE-Jugend aus den Landesbezirken Hessen-Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern. BuBoBo heißt das Treffen – als Abkürzung von „Bunt statt bodenlos am Bodensee“. 141 Menschen sind dazu dorthin gekommen. Aus Hessen ist eigens ein Bus gefahren – über Marburg, Hanau, Frankfurt-Höchst, Darmstadt und Mannheim. Auf dem Programm stehen – neben dem selbstverständlichen Vernetzen untereinander – eine Reihe von Workshops zu gewerkschaftlichen Themen. Doch am Freitagabend wird erst mal der Grill angeworfen. Und später geht es weiter im Discozelt, am Lagerfeuer und an dem aus Bayern mitgebrachten Nagelstock.
Am Samstag wird es dann ernster – wenn auch nicht zu ernst. Auf der Wiese neben dem Beachvolleyballfeld in der Mitte des Camps sind mit Sprühkreide Kreise entstanden. Sie bilden ein riesiges Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielfeld. „Mensch, gender dich nicht!“ heißt das Spiel, das hier gespielt wird. Die Spielerinnen und Spieler stehen selbst auf dem Feld und würfeln, genau wie bei dem altbekannten Brettspiel. Vorrücken darf aber nur, wer eine Frage zum Thema Geschlechtergerechtigkeit richtig beantwortet. „Was ist der Equal Pay Day?“ zum Beispiel oder „Welches EU-Land hat den höchsten Frauenanteil in den Unternehmensvorständen?“.
Vernetzen am Rand des Volleyballfelds, Workshop zu Manipulation durch Social Media, Tanzen zu Livemusik im Zelt – und eine klare Botschaft gegen rechts außen: Szenen vom BuBoBo.
Um Manipulation durch Social Media geht es beim Workshop in einem der Zelte. Anhand von zwei Videos – eines aus dem rechten und eines aus dem linken politischen Spektrum – analysieren die Teilnehmenden, wie die Videos aufgebaut sind, welcher technischen Tricks sie sich bedienen und wie die manipulative Argumentation funktioniert. Es wird deutlich, wie detailliert die Videos durchgeplant sind. Und wie die Akteurinnen und Akteure auf den ersten Blick bestechend einfache Lösungen für komplexe Probleme präsentieren. Kurzum: wie Populismus funktioniert.
In anderen Workshops geht es um Klassenbewusstsein, individuelle Privilegien, Ehrenamt und Stammtischparolen. Sportlich wird es später beim Beachvolleyballturnier. Und dann steht noch eine Reihe von Gruppenfotos an – mit erweiterter Regenbogenfahne und in T-Shirts mit klarer politischer Botschaft.
Setz dich ein!
Im Oktober und im November werden die Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAVen) in den Betrieben neu gewählt. Sie vertreten die Interessen von Auszubildenden und jungen Beschäftigten und sind Ansprechpartnerinnen bei allen Problemen und Wünschen rund um die Berufsausbildung. Die IGBCE unterstützt neue Mitglieder von JAVen mit Seminaren zu ihren Aufgaben, mit Beratung und bei der Vernetzung untereinander.
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