Dialog
Reformpaket
Mehr Aufwand
Die Koalition hat die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) schon ab dem ersten Tag der Erkrankung beschlossen. So soll nach Meinung der Bundesregierung die Wirtschaft gestärkt werden. Stattdessen steigt der Bürokratieaufwand durch frühere Vorlage der AU und entstehen Mehrkosten für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Rentner durch mehr Arzttermine. Schon jetzt fordern einige Arbeitgeber die Vorlage der AU ab dem ersten Tag. Die Bundesregierung tut offensichtlich nichts, um den zusätzlichen bürokratischen Aufwand und Kosten zu vermeiden. Aus meiner Sicht verspielt sie so ihre Glaubwürdigkeit.
Reformpaket
Alle müssten einzahlen
Seit 1979 bin ich Mitglied der IGBCE und habe im saarländischen Steinkohlebergbau viele Begehrlichkeiten seitens der Politik, Wirtschafts- und Umweltverbände erlebt. Diese Ansinnen wurden bisher immer von einer starken IGBCE abgeschmettert und, falls nicht anders möglich, für die Beschäftigten bestmöglich verhandelt. Mit den Reformvorschlägen erreichen die Ansinnen der Bundesregierung und Co. eine völlig neue Dimension: Letztendlich geht es nur darum, dass die Bundesbürger mit vielen Benachteiligungen rechnen müssen. In Bezug auf die Finanzierung der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung ist mein Vorschlag, dass sich ausnahmslos alle – Bundeskanzler, Abgeordnete, Beamte – mit angemessenen Pflichtbeiträgen in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung beteiligen müssen.
Mein Arbeitsplatz
Weiter so!
Besonders gut gefallen mir immer die (Video-)Beiträge zum Thema „Mein Arbeitsplatz“. So kann ich gut nachvollziehen, womit es die Kollegen und Kolleginnen täglich zu tun haben – wie Kollege Matthias Moik, der seine Tätigkeit bei Knauf-Logistik interessant und verständlich erklärt. Bitte weiter so!
IGBCE im Netz
Foto: IGBCE
Neue Umfrage im August
Umfrage des Monats
Große Unzufriedenheit mit der Politik
„Wenn du an deine persönliche Zukunft denkst: Was beschäftigt dich am meisten?“ (in Prozent, maximal drei Antworten möglich)
„Welche Themen sollten für die IGBCE aus deiner Perspektive in den nächsten Jahren Priorität haben?“ (in Prozent, Mehrfachnennungen möglich)
Quelle: IGBCE
Quelle: IGBCE
Die IGBCE-Mitglieder sind mit der Politik und den Parteien in der aktuellen Industriekrise in hohem Maße unzufrieden. Insgesamt neun von zehn Befragten attestieren der Politik ein geringes Interesse an den Themen der Industriebeschäftigten. Gefragt danach, welche der im Bundestag vertretenen Parteien aus ihrer Sicht die Sorgen und Nöte der Industriebeschäftigten am ehesten aufgreift, antworten 42 Prozent „keine davon“.
Das sind zwei zentrale Ergebnisse der jüngsten Mitgliederumfrage, die bis Anfang Juli in der „Meine IGBCE“-App freigeschaltet war. Insgesamt haben sich mehr als 3.600 Mitglieder beteiligt. Die Ergebnisse sind damit valide mit Blick auf die gesamte Mitgliedschaft, aber auch bezogen auf die Industriebeschäftigten insgesamt.
Mit Blick auf die für die Politik jetzt wichtigsten Themen heißt die Prioritätenliste der Mitglieder: Wirtschaft, Sozialsysteme, soziale Ungleichheit. Geringste Priorität messen sie den Themen internationale Konflikte, Klimaschutz und Verwaltungsmodernisierung bei. In Bezug auf die persönliche Zukunft treiben (in dieser Reihenfolge) die eigene finanzielle Sicherheit im Alter, die Zukunft der jungen Generation und die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes die Menschen um.
Der Blick auf die Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland bleibt – wie schon in vorherigen Umfragen – gedrückt: 53 Prozent sind „eher pessimistisch“, weitere 25 Prozent sogar „sehr pessimistisch“. Von der IGBCE wird in erster Linie erwartet, Arbeitsplätze und Industriestandorte zu sichern, an zweiter Stelle folgen Altersvorsorge und Rente und auf Platz drei eine gute Entgeltentwicklung und Kaufkraftsicherung.
Der Gewinner des iPads der letzten Umfrage ist Stefan Eilers aus Bassum. Wir gratulieren!