News
Vor Ort: Rheinland-Pfalz/Saarland
Eisenberg
Informationsbesuch im Tonbergbau
Auf Reise in die Vergangenheit: Mitglieder der Ortsgruppe Eistal/Eisenberg.
Foto: Ulli Fritzinger
Im Rahmen der Fusion mit der Ortsgruppe (OG) Eistal/Eisenberg besuchte die Vorstandschaft der OG Ramstein die ehemalige Bergbaulandschaft Erdekaut. Hier wurde bereits ab der Römerzeit bis Mitte der 1990er-Jahre Bergbau betrieben. Neben Klebsand im Tagebau gewann man unter Tage blauen, grauen, grünen, gelben und roten Ton. Zuletzt existierten etwa dreißig Gruben, deren Förderschächte Ton aus bis zu achtzig Metern auf bis zu 600 Meter langen Stollensystemen zutage förderten.
„Die Förderanlagen waren mit einem Netz von Grubenbahnen miteinander und mit einem Schienennetzwerk für die Weiterverarbeitung verbunden“, berichtet der erste Vorsitzende Kurt Gießer. Das einst karge Abbaugebiet sei heute zum Teil wieder dicht bewachsen. Die ehemaligen Klebsand- und Tongruben haben sich mit der Zeit in Weiher verwandelt. „Heute erinnert nur noch wenig an die ehemalige Bergbaunutzung. Eine Ausnahme ist der Förderturm der ehemaligen Grube Riegelstein. Sie war von 1920 bis 1996 in Betrieb und ist heute ein Bergbaumuseum.“ In diesem tauchten die Bergleute der Ortsgruppe in „alte“ Arbeitsweisen und Abläufe ein. Die Nicht-Kumpel waren überrascht, dass hier in den 1950er-Jahren bis zu 900 Bergleute Arbeit fanden.
Zweibrücken
Exkursion und Mitgliederehrung
Die Ortsgruppe auf der „Lusoria Rhenana“, einem Flusskriegsschiff der Spätantike.
Foto: Wilhelm Schwarz
Die Ortsgruppe Zweibrücken blickt auf eine gelungene Jubilarehrung anlässlich ihres Grillfestes zurück. Ewald Preiml (erster Vorsitzender) und Dietmar Geuskens (ehemaliger Bezirksleiter Saarbrücken) ehrten gemeinsam für 25 Jahre Mitgliedschaft Kerstin Glas, Martina Martens, Norbert Buckenmeier und Peter Kettenreing. Für 40 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit erhielten Christine Spacky und Gerlinde Hofmann eine entsprechende Würdigung.
Bereits vor dem Sommer hatte sich die Ortsgruppe in der Pfalz auf Spurensuche der Römer begeben. In Neupotz „besetzten“ die Mitglieder die „Lusoria Rhenana“ – ein in experimentalarchäologischer Handwerkskunst nachgebautes Flusskriegsschiff der Spätantike. „Beim Rudern über den Baggersee erfuhren wir viel über die Geschichte der Römerzeit“, berichtet Schriftführer Wilhelm Schwarz. Zurück legte die Gruppe einen Zwischenstopp beim Deutschen Schuhmuseum in Hauenstein ein. Auch weil einige Kolleginnen und Kollegen früher in der Schuhindustrie beschäftigt waren, blieb der Tag bei allen in guter Erinnerung, resümiert Schwarz.
Ludwigshafen
Vertrauensleute- und Funktionärsfest
Ein Fest als Dank an alle Vertrauensleute, Funktionärinnen und Funktionäre.
Foto: Suna Aydin
Dem Bezirk Ludwigshafen war es wichtig, all seinen Vertrauensleute und Funktionärinnen und Funktionäre Danke zu sagen, „die Tag für Tag in den Betrieben unterwegs sind, sich für ihre Kolleginnen und Kollegen einsetzen und versuchen, die Arbeitswelt für uns alle ein Stück besser zu machen“, blickt Bezirksleiter Steffen Seuthe auf eine erfolgreiche, gut besuchte Veranstaltung unter freiem Himmel zurück.
„Ihr seid nah an den Menschen und ihren täglichen Herausforderungen. Ihr habt ein offenes Ohr für die Kolleginnen und Kollegen. Ihr setzt euch für gute und faire Arbeitsbedingungen ein. Ihr zeigt Haltung und übernehmt Verantwortung. Ihr haltet jeden Tag aufs Neue unsere Fahne hoch. Und vor allem: Ihr macht Gewerkschaft im Betrieb sichtbar und lebendig.“ Für den Bezirk war die Feier deshalb nicht nur ein Beisammensein, sondern vor allem Gelegenheit, Wertschätzung für dieses Engagement zu zeigen.
Mainz
Biontech: Neue Berichte schockieren Beschäftigte
Die IGBCE wird sich mit Nachdruck für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzen.
Foto: Biontech
Mit großer Besorgnis reagieren Landesbezirk und Bezirk Mainz auf die Medienberichte über weitere Einschnitte und zusätzliche Sparprogramme beim Biotechnologieunternehmen Biontech. Noch vor wenigen Wochen standen die Schließungen von drei Standorten sowie die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan im Mittelpunkt. Die nun öffentlich gewordenen Zahlen und Gerüchte über ein weiteres Restrukturierungsprogramm sorgen bei den Beschäftigten für erhebliche Verunsicherung.
„Wir verhandeln derzeit die Folgen der bereits angekündigten Standortschließungen und müssen nun aus den Medien erfahren, dass offenbar weitere Einschnitte im Raum stehen. So kann man mit Beschäftigten nicht umgehen“, erklärt Gewerkschaftssekretär Christian Trapp.
Auch der Landesbezirk kritisiert die Entwicklung deutlich. Landesbezirksleiter Roland Strasser: „Mich empört vor allem, dass immer neue Spar- und Abbauprogramme diskutiert werden, während eine nachvollziehbare Zukunftsstrategie weiterhin fehlt. Wer Beschäftigung abbaut, muss auch erklären, wie die Zukunft des Standorts aussehen soll. Diese Antworten bleibt das Unternehmen bislang schuldig.“
Aus Sicht der IGBCE geht es dabei längst nicht mehr nur um einzelne Unternehmensentscheidungen, sondern um die Zukunft des Pharmastandorts Deutschland und Rheinland-Pfalz. „Während der Pandemie wurde immer wieder hervorgehoben, wie wichtig Forschung, Entwicklung und Produktion im eigenen Land sind. Jetzt beobachten wir, wie Arbeitsplätze, Know-how und industrielle Substanz zur Disposition gestellt werden“, warnt Strasser.