Editorial

Kleine Lichtblicke in trüben Zeiten

Foto: Christian Burkert

Sabotageattacken auf die kritische Infrastruktur. Wahlergebnisse, deren Auswirkungen sich in ihrer ganzen Bandbreite erst noch zeigen müssen. Eine Bundesregierung, die mit dem Rücken zur Wand steht. Horrende Benzinpreise, Krieg und Krisen: Hört man sich im Land um, klingt der Grundtenor meist eher nach Moll als nach Dur. Dabei beginnt, zumindest meteorologisch gesehen, die düstere Jahreszeit erst noch.

Jedoch neigen wir schnell dazu, die kleinen Lichtblicke zu übersehen, die es auch in diesen Zeiten gibt. Zwei Beispiele: Zum Aktionstag des DGB zog es überall im Land Tausende Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auf die Straße. Ein starkes Zeichen in einer Zeit, in der Zusammenhalt alles andere als selbstverständlich scheint. Auch aus der krisengeplagten Chemieindustrie kommen Nachrichten, die Hoffnung machen. Zehn Prozent der Unternehmen haben die im Tarifvertrag vereinbarte Möglichkeit genutzt, die Tariferhöhung drei Monate vorzuziehen. Davon profitiert rund ein Viertel der Beschäftigten in der Branche.

Die Beispiele zeigen: Auch in schwierigen Zeiten lässt sich gemeinsam etwas erreichen. Vielleicht wäre genau das der Lichtblick, den unser Land jetzt braucht.

Katja Pflüger, Chefin vom Dienst
katja.pflueger@igbce.de


Schulterblick

Aus der Produktion dieser Ausgabe

Foto: Christian Burkert

Irgendwo im Nirgendwo

Scheinbar endlos geradeaus führte uns die Straße von Großenkneten zum Werksgelände von Exxonmobil, wo wir für „Mein Arbeitsplatz“ zu Gast waren. Der Standort liegt im Dreieck Oldenburg, Bremen, Cloppenburg mitten im Nirgendwo.

Foto: Moritz Küstner

Chemie zum Anziehen

Profis schütteln die Bedeutung dieser Formel problemlos aus dem Ärmel: ein Ausschnitt aus der Struktur von Lignin, dem Klebstoff in Holz. Das Unternehmen UPM nutzt es für erneuerbare funktionale Füllstoffe – und als modisches Accessoire.

Foto: Katja Pflüger

Nachlese

Was von einem Drehtag in Iphofen übrig bleibt? Natürlich zunächst einmal reichlich Bildmaterial. Aber der Kofferraum füllte sich noch anderweitig – eine Reise in die fränkische Gips- und Weinregion will schließlich angemessen nachbereitet werden.