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Ratgeber Leben

Fünf Tipps gegen das Stimmungstief

Text Katrin Schreiter – Illustration Tim Dinter

Mit dem Herbst kommt häufig auch der Herbstblues – ein Gefühl aus Nachdenklichkeit und Wehmut. Was du dagegen tun kannst und was dir helfen kann, erfährst du hier.

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Mit dem Herbst stellt sich häufig ein ganz eigenes Gefühl ein: eine leise, oft schwer greifbare Mischung aus Nachdenklichkeit, Wehmut und diffuser Traurigkeit. Manche stellen Kerzen auf und kochen Kürbissuppe – als ließe sich die immer dunkler werdende Jahreszeit damit ein wenig versüßen –, andere versuchen, den Sommer so lange wie möglich festzuhalten, sitzen abends noch draußen oder essen ein letztes Eis.

Gegen die Jahreszeit kannst du nichts tun. Aber deine innere Haltung kannst du beeinflussen. „Ja, das kann man“, sagt Janin Kronhardt. Die Psychologin berichtet, dass sie von Patientinnen und Patienten immer wieder hört, sie müssten die gedrückte Stimmung und die fehlende Energie im Herbst und im Winter einfach hinnehmen. Hinter dieser Einstellung steckt der weit verbreitete Gedanke: „Da muss man wohl durch. So ist das eben im Herbst und im Winter.“

Kronhardt widerspricht dieser Haltung jedoch: „Das muss man nicht!“ Ihrer Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, sich bis zum Frühjahr mit weniger Energie und Lebensfreude abzufinden. Vielmehr könne man selbst aktiv etwas gegen den sogenannten Herbstblues unternehmen.

Den Herbst als ruhigere Jahreszeit anzunehmen, muss dabei keineswegs Verzicht bedeuten. Vielmehr kann er eine Gelegenheit sein, innezuhalten und stärker auf sich selbst zu achten – etwas, das im Sommer durch die vielen äußeren Reize oft schwerer fällt. „Der Körper sendet sowieso Signale in die Richtung innehalten und ruhig werden, also gehe ich ihnen nach“, beschreibt Janin Kronhardt, wie man diese besondere Zeit für sich nutzen kann.

Mit diesen fünf Tipps kommst du gut durch die dunkle Jahreszeit

Raus an die frische Luft

Geh jeden Tag ein bisschen nach draußen – am besten bei Tageslicht. Die Kombination aus Bewegung und Licht kann die Ausschüttung von Serotonin im Gehirn anregen und so deiner Stimmung guttun. Schon ein kleiner Spaziergang kann helfen. Noch besser: Du verbindest ihn mit etwas Sport, etwa Joggen, Radfahren oder einer anderen Aktivität, die dir Freude macht.

Gönn dir eine Lichtdusche

Wenn dir im Herbst das Licht fehlt, kann eine Lichttherapie eine Möglichkeit sein. Dafür setzt du dich täglich etwa 30 bis 40 Minuten vor eine spezielle Lichttherapielampe mit einer Beleuchtungsstärke von 2.500 bis 10.000 Lux. Solche Lampen bekommst du im Fachhandel. Hast du eine Hautkrankheit oder Augenbeschwerden, solltest du vorher allerdings ärztlich abklären, ob eine Lichttherapie für dich geeignet ist.

Iss, was dir guttut

Auch über die Ernährung kannst du deiner Stimmung etwas Gutes tun. Schließlich stehen Verdauungstrakt und Gehirn in engem Austausch. Setz deshalb möglichst oft Gemüse und Obst auf deinen Speiseplan. Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe – und machen gleichzeitig satt. Auch Tryptophan spielt eine Rolle: Dein Körper braucht diese Aminosäure, um Serotonin zu bilden. Du findest sie unter anderem in Käse, Fisch, Fleisch, Getreide, Eiern und Saaten. Im Herbst liegt außerdem der Gedanke nahe, mit Vitamin D nachzuhelfen. Bevor du allerdings einfach Nahrungsergänzungsmittel einnimmst, solltest du das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt besprechen. Vitamin D wird im Körper gespeichert – zu viel davon kann problematisch werden.

Gönn deiner Seele ein bisschen Wellness

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die die grauen Tage erträglicher machen. Zieh etwas Buntes an, wenn dir danach ist. Oder hör deine Lieblingsmusik, umgib dich mit einem Duft, den du magst, oder beschäftige deine Hände mit etwas Kreativem.

Zieh dich nicht komplett zurück

Verabrede dich mit Freundinnen und Freunden. Gerade wenn draußen alles grau und dunkel wird, können ein paar gute Menschen um dich herum einen Unterschied machen.