Moderatorin Katrin Edinger im Gespräch mit IGBCE-Bundesjugendsekretär Alexander Nolte.
Foto: Blitzfang Medien
Unser Weg
in die Zukunft
Die IGBCE-Jugend arbeitet zurzeit an einer gemeinsamen Vision. Wie genau das aussieht, in welchen Gremien sich junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter engagieren und wie sie sich inhaltlich in die Gewerkschaftsarbeit einbringen, erklären wir in dieser Folge von „Praxis & Wissen“.
Die Jugend – eine intensive Phase im Leben eines jeden Menschen. Ausbildung, Studium, Backpacking und WG-Partys – all das verbinden viele mit ihrer Jugend. Aber junge Leute feiern nicht die ganze Zeit. Manche übernehmen schon früh Verantwortung und bringen sich ein: zum Beispiel im Sportverein, im Ehrenamt oder auch in der Gewerkschaft.
Die Vertreterinnen und Vertreter der IGBCE-Jugend haben verschiedene Aufgaben, aber alle arbeiten an einer gemeinsamen Vision. Bundesjugendsekretär Alexander Nolte beschreibt sie so: „Wir möchten jeden Tag die Arbeits- und Lebensrealitäten unserer jungen Kolleginnen und Kollegen verbessern. Und zwar nicht nur im Betrieb, sondern auch außerhalb des Betriebs, in der Gesellschaft.“
Den Arbeitsplatz mitgestalten
Im Betrieb engagieren sich die jungen Kolleginnen und Kollegen beispielsweise in den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV). Aktuell sind rund 800 IGBCE-Mitglieder in den JAV aktiv. Eine JAV ist die Interessenvertretung der Auszubildenden und dual Studierenden sowie der jugendlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 18 Jahren. Sie achtet unter anderen darauf, dass Gesetze und Tarifverträge, die die Ausbildung betreffen, eingehalten werden, und ist Anlaufstelle bei Problemen und für Verbesserungsvorschläge in Bezug auf die Ausbildungssituation. Die JAV überwacht sozusagen die Qualität der Berufsausbildung und setzt sich für die Übernahme nach der Ausbildung ein.
Alle zwei Jahre wird die JAV neu gewählt – aktuell wieder vom 1. Oktober bis zum 30. November. Wahlberechtigt für eine JAV-Wahl sind alle minderjährigen Beschäftigten und alle Auszubildenden. Zur Wahl stellen dürfen sich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 25 Jahren sowie alle Auszubildenden und dual Studierenden – unabhängig von ihrem Alter. Eine JAV im Betrieb gibt es aber nur unter zwei Voraussetzungen: Die Firma muss mindestens fünf jugendliche Wahlberechtigte beschäftigen und einen Betriebsrat haben.
In erster Linie ist die JAV ein Sprachrohr für die Azubis, und darunter fasse ich jetzt auch mal die dual Studierenden.
Tuana Emre,
dual Studierende bei BP
Tuana Emre hat im August 2023 ihr duales Studium bei BP begonnen. Sie engagiert sich in der JAV, weil sie es wichtig findet, für die Themen der Jugend im Betrieb einzustehen. „In erster Linie ist die JAV ein Sprachrohr für die Azubis, und darunter fasse ich jetzt auch mal die dual Studierenden; für jegliche Probleme und Belange und Fragen“, sagt sie. Ansonsten plane die JAV auch Events und andere Aktivitäten, zum Beispiel damit Azubis miteinander in den Austausch kommen können.
Aber Tuana ist nicht nur als JAVi in ihrem Betrieb aktiv. Im Dezember 2024 war die Zwanzigjährige das erste Mal auf der Bezirksjugendkonferenz. Nach einigen anderen Sitzungen und anderen Mandaten ist sie dann im August 2025 im Bundesjugendausschuss gelandet – im höchsten Gremium der IGBCE-Jugend – und ist schließlich zur Vorsitzenden gewählt worden.
Insgesamt sind rund 55.000 junge Menschen unter 25 oder in Ausbildung in der IGBCE. Sie sind neben der JAV im Betrieb in Bezirksjugendausschüssen (BJA), Landesbezirksjugendausschüssen (LBJA) und im Bundesjugendausschuss (BuJA) aktiv und können sich über diese Gremien inhaltlich in die Gewerkschaftsarbeit einbringen.
Die Bezirksjugendausschüsse werden alle vier Jahre auf den Bezirksjugendkonferenzen gewählt und sie sind für die Planung und die Koordinierung der Jugendarbeit und der Jugendbildungsarbeit auf bezirklicher Ebene zuständig. Der Landesbezirksjugendausschuss setzt sich aus den von den Bezirksjugendausschüssen entsandten jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern zusammen. Dem Vorstandsbereich Jugend steht ein Bundesjugendausschuss zur Seite, der je aus zwei Vertreterinnen oder Vertretern der Landesbezirke besteht. Der Bundesjugendausschuss ist für die Planung und die Koordinierung der Jugend und der Jugendbildungsarbeit auf Bundesebene im Einvernehmen mit dem Hauptvorstand zuständig.
Aktivitäten stärken das Miteinander
Die IGBCE-Jugend ist aber auch eine tolle Gemeinschaft. Diskutieren, feiern und Gewerkschaft gemeinsam erleben: Das geht zum Beispiel auf einem der vielen Jugendtreffen, die regelmäßig stattfinden. Etwa beim Bundesjugendtreffen Re;union (früher InOurMind-Festival) oder bei der BuJuKon – der Bundesjugendkonferenz –, die alle vier Jahre vor dem Gewerkschaftskongress der IGBCE stattfindet. Auf der letzten BuJuKon 2025 diskutierten rund 150 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet über 153 Anträge – von Antifaschismus bis Industriepolitik – und stellten die Weichen für die künftige Arbeit der Gewerkschaftsjugend. Außerdem stand das neue Leitbild der IGBCE-Jugend im Mittelpunkt.
Ein anderes deutschlandweites Treffen der IGBCE-Jugend ist die jährliche Zukunftstagung. Dort kommen Jugendliche aus allen IGBCE-Bezirken zusammen, um über aktuelle Themen, aber auch Zukunftsthemen zu sprechen. Teilnehmerin Angelina Rörich beschreibt ihre Erfahrungen zur Zukunftstagung so: „Die Chance, auf solchen Veranstaltungen neue Menschen aus ganz Deutschland kennenzulernen, die dieselben Werte vertreten, das macht für mich die Gemeinschaft in der IGBCE-Jugend aus.“