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Vor Ort: Hessen-Thüringen

Lampertheim

Dank an Vertrauensleute

Die Bands No Time und Slightly Different brachten gute Stimmung mit.

Foto: Vertrauensleute BASF

Ungewöhnlicher Dank an die rund 110 IGBCE-Vertrauensleute, die sich bei BASF in Lampertheim für ihre Kolleginnen und Kollegen engagieren: Im Rahmen einer Vollversammlung traten am 4. September dort die Bands No Time – in der der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis mitspielt – und Slightly Different auf, eine Band, in der ein Betriebsratsmitglied mitspielt.

Es war ein Abend, der den meisten in Erinnerung bleiben dürfte. Auf der Bühne auf dem Grillplatz am BASF-Werk spielten die beiden Bands eine bunte Mischung von Klassikern – aus dem Repertoire der Rolling Stones über Nirvana, Alice Cooper bis zu Marius Müller-Westernhagen, um nur einige zu nennen. Im Vorfeld des Konzerts hatten die Vertrauensleute mit Michael Vassiliadis über aktuelle Herausforderungen in der Politik und für die Branchen diskutiert und über Fragen zum Standort gesprochen.

Marburg

Arbeitsplatzabbau bei Innexis

Der Stellenabbau am Standort Behringwerke geht weiter: Am 26. August kündigte der Standortbetreiber ­Innexis an, 110 Vollzeitstellen bis Ende 2028 nicht weiterführen zu wollen – das ist etwa jeder sechste Arbeitsplatz am Standort Marburg.

Bereits seit vergangenem Jahr ist das Unternehmen bei Neueinstellungen und der Stellennachbesetzung sehr zurückhaltend. Der Grund: Man müsse sich an Werksschließungen am Standort anpassen. „Wir stellen uns nun gemeinsam mit dem Betriebsrat auf, um mit der Situation umzugehen“, sagt Anne Weinschenk, Bezirksleiterin Mittelhessen. Ein Wirtschaftssachverständiger beschäftigt sich derzeit mit der Lage im Unternehmen.

Der Standort hat in den vergangenen Jahren durch aus IGBCE-Sicht unverantwortliches Handeln der Arbeitgeber massiv gelitten: Mehr als 2.000 Arbeitsplätze sind seit Anfang 2025 verloren gegangen – bei CSL Innovation, CSL Behring, Nexelis und nun Innexis. Und die Zukunft der Stellen bei Biontech ist – Stand Mitte September – aufgrund der Pläne des Unternehmens, den Standort aufzugeben, völlig ungewiss.

Weimar

Betriebsrätekonferenz: Mitbestimmung richtig gestalten

Zu Gast bei der Konferenz: Die Thüringer Arbeitsministerin Katharina Schenk.

Foto: Wolfgang Lenders

36 Betriebsrätinnen und Betriebsräte sowie weitere Gäste, insgesamt rund 50 Personen, haben sich am 8. September in Weimar zur Strategischen Betriebsrätekonferenz des IGBCE-Bezirks Thüringen getroffen. Vor Ort war auch Katharina Schenk, Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie.

„Mitbestimmung beweist sich in schlechten Zeiten“, sagte sie. Sie betonte, wie wichtig die gewerkschaftliche Anbindung von Betriebsräten ist. „Jeder, der Verantwortung trägt als Betriebsrat, muss fit sein, um tatsächlich Mitbestimmung durchzusetzen.“ Wichtig sei dabei fachlich kompetente Unterstützung. Konkret nannte sie die im Jahr 2024 gegründete Transformations- und Technologieberatungsstelle (TTBS) Thüringen, die ihre Arbeit bei der Konferenz ebenfalls vorstellte. Sie ist in Zusammenarbeit des DGB und seiner Gewerkschaften mit dem Land Thüringen entstanden und berät Betriebsräte, Personalräte und Interessensvertretungen zu allen betrieblichen Themen. Die Ministerin appellierte an die Betriebsrätinnen und Betriebsräte, sich in die Planungen der Landesregierung einzubringen. Etwa in der Frage, an welche Bedingungen der Transformationsfonds geknüpft sein soll, mit dem Thüringen gezielt Unternehmen unterstützen will.

Weitere große Themen waren die Mitbestimmung von Betriebsräten beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), Beratungsangebote für Betriebsräte und Möglichkeiten, Betriebsräte digital effizient und datenschutzkonform zu organisieren. In Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Anwesenden mit den Themen Betriebsänderung, Zusammenarbeit zwischen IGBCE und Betriebsräten, Möglichkeiten und Grenzen der Mitbestimmung, Führungskräfte im Betriebsrat sowie den anstehenden JAV-Wahlen.

Gießen/Hanau

Mittelhessen zieht um

Der IGBCE-Bezirk Mittelhessen zieht von Gießen nach Hanau: Im November geht das neue Büro im Pioneer Park in Betrieb, einem neuen Stadtviertel, das auf einem ehemaligen US-Militärgelände entsteht. „Damit sind wir direkt bei einem großen Teil unserer Mitglieder“, sagt Bezirksleiterin Anne Weinschenk. Ganz in der Nähe des mit dem Auto und der Bahn gut erreichbaren Standorts liegen das Reifenwerk von Goodyear und der Industriepark Wolfgang. Nicht weit ist es auch zu Heraeus. Der Bezirk betreibt ein weiteres Büro am Standort Behringwerke in Marburg.

Wiesbaden

Gegen Gewalt

Ende Oktober starten die Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen des Bezirksfrauenausschusses Rhein-Main. Hauptaktionszeitraum unter dem Motto „Sicheres Arbeiten in respektvoller Umgebung“ sind November und Dezember. Anlass ist der Tag gegen Gewalt an Frauen, der 25. November. Im Rahmen der Aktionswochen erhalten alle Betriebsratsgremien eine Broschüre zum Umgang mit Sexismus und sexueller Belästigung im Betrieb, dazu gibt es eine Ausstellung in den Betrieben. Alle Frauen des Bezirks sind zum Besuch des Kinofilms „Bomb­shell“ eingeladen, in dem es um Sexismus und Machtmissbrauch geht. Den Schlusspunkt bildet eine digitale Talk-Time zum Thema „Grenzen setzen“ am 8. Dezember. Teilnehmen können auch Frauen aus anderen ­Bezirken.

Anmeldung per E-Mail beim Bezirk Rhein-Main.

Korbach

Sicher unterwegs

Foto: Bezirk Kassel

Beim Selbstverteidigungsseminar für Frauen des Bezirks Kassel am 5. September in der Wing-Tsun-Schule von Hakan Aslan in Korbach übten die Teilnehmerinnen, sich gegen Angriffe zu wehren. Ziel war es unter anderem, sich in der dunklen Jahreszeit auf dem Arbeitsweg sicher fühlen zu können.

Wiesbaden

Im Dialog überzeugen

Neue Technik zur Mitgliedergewinnung: Bei einem Seminar des Bezirks Rhein-Main haben sich 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Konzept der Dialogansprache vertraut gemacht. Die Technik ermöglicht es, innerhalb von zehn Minuten mittels eines strukturierten Gesprächs die Bereitschaft zur Mitgliedschaft in der IGBCE herauszufinden. Das funktioniert über konkrete Ansprache, die Herstellung einer persönlichen Ebene, einen prägnanten Informationsteil über die IGBCE und die Bedingungen der Mitgliedschaft. Am Ende steht die finale Aufforderung „Mach mit!“. Dass die Methode funktioniert, erlebte ein Teilnehmer direkt im Nachgang des Seminars. Er sprach in seinem Betrieb einen außertariflich Beschäftigten an – und hatte damit gleich ein neues Mitglied für die IGBCE ­gewonnen.


Frankfurt-Höchst

Im Gespräch mit Vulcan Energy

Bei Vulcan Energy im Industriepark Frankfurt-Höchst einen Tarifvertrag etablieren: Das ist das Ziel der IGBCE. Das Unternehmen will aus Tiefenwasser Lithium gewinnen, einen wichtigen Rohstoff zum Beispiel für die Produktion von Akkus für Elektroautos. Für den 29. September – nach Redaktionsschluss für diese Ausgabe der Profil – war in den Räumen des IGBCE-Bezirks Rhein-Main ein erstes Treffen zwischen Gewerkschaft und Unternehmen angesetzt.

„Wir haben es hier mit einer superspannenden Zukunftsbranche zu tun“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Tobias Hanson. „Da das Unternehmen im Aufbau ist, wollen wir den Weg zum Tarifvertrag sehr eng mit ihm abstimmen. Die ersten Signale von dort sind positiv. Und ich freue mich sehr, so etwas gestalten zu können.“

Derzeit betreibt Vulcan Energy im Industriepark Höchst eine Testanlage. Tobias Hanson: „Nach unserer Einschätzung wird sich die Masse demnächst erhöhen – und das heißt dann Beschäftigungsaufbau.“

Das lithiumhaltige Tiefenwasser wird in Landau in der Pfalz aus der geothermischen Sole des Oberrheingrabens extrahiert. Da sie aus großer Tiefe kommt, ist sie ziemlich heiß. Das ermöglicht es, aus ihr CO₂-neutrale Energie zu gewinnen, die für den Verarbeitungsprozess und zum Heizen genutzt werden kann. Das aus der Sole extrahierte Lithiumchlorid wird per Lkw zu der Anlage in Höchst gebracht, wo es zu Lithiumhydroxid weiterverarbeitet wird. Dieses liefert Vulcan Energy dann an seine Kunden.