Vor Ort

Nordrhein-Westfalen

Übergabe der drei XXL-Wetterlampen bei Aurubis in Lünen.

Bergbautradition in XXL

Text: Leo Ammelung – Fotos: Ortsgruppe Lünen-Süd

Die Ortsgruppe Lünen-Süd und Aurubis-Auszubildende erinnern mit drei riesigen Wetterlampen an die Geschichte des Bergbaus.

Drei Wetterlampen im XXL-Format erinnern in Lünen künftig an die eng mit der Region verknüpfte Bergbaugeschichte. Gebaut haben sie vor allem Auszubildende vom Kupferproduzenten und -wiederverwerter Aurubis. Aus einer Idee der IGBCE-Ortsgruppe Lünen-Süd wurde so ein Projekt, das industrielle Tradition und Ausbildung zusammenbringt.

Bevor die Arbeit an den XXL-Wetterlampen beginnen konnte, besorgten sich die Initiatorinnen und Initiatoren zunächst herkömmliche Exemplare im Normalmaßstab. Sie zerlegten sie, nahmen Maß und entwickelten daraus eine eigene Konstruktion. Einen fertigen Bauplan gab es nicht.

Anfang 2025 begann die konkrete Planung. Die Bürger- und Kulturstiftung der Sparkasse an der Lippe stellte die Finanzierung bereit. Für die Umsetzung holte die Ortsgruppe Lünen-Süd Partnerinnen und Partner aus der Industrie dazu. Aurubis und STEAG beteiligten sich an dem Projekt. Den größten Teil der praktischen Arbeit übernahmen die Auszubildenden von Aurubis.

In der Ausbildungswerkstatt von Aurubis in Lünen wurde aus den Plänen Metall. An dem Standort betreibt das Unternehmen ein Multimetall-Recyclingwerk. Rund 1.000 Beschäftigte gewinnen hier aus komplexen Materialien wertvolle Rohstoffe zurück und produzieren unter anderem Kupferkathoden, Edelmetalle und Spezialprodukte. Ab August 2025 traf sich die Projektgruppe dort einmal pro Woche. Die angehenden Industriemechanikerinnen und -mechaniker bauten die Lampen und stimmten mit den übrigen Beteiligten die nächsten Arbeitsschritte ab.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an Aurubis. Schaffen Sie Ausbildungsplätze!

Thomas Klüh,
IGBCE-Ortsgruppe Lünen-Süd

„Für Aurubis stand bei der Teilnahme vor allem zweierlei im Vordergrund: Zum einen bot das Projekt unseren Auszubildenden in der Industriemechanik die Möglichkeit, ihre fachlichen Kompetenzen im Rahmen eines praxisnahen Projekts weiterzuentwickeln. Zum anderen war es für uns eine schöne Gelegenheit, unsere Verbundenheit mit der Region zu zeigen und die gute Zusammenarbeit mit der IGBCE zu unterstützen“, sagt Lisa Lehrke von Aurubis.

Das Ergebnis ist kaum zu übersehen. Jede der drei Lampen ist gut 1,65 Meter hoch und wiegt rund 40 Kilogramm. Topf und Mittelteil bestehen aus Edelstahl, hinzu kommen Flacheisen, Gewindestangen sowie Stahl- und Messingrohre. Die massive Konstruktion ist bewusst gewählt: Die Lampen sollen lange halten und auch im Freien eingesetzt werden können. Und sie leuchten: Statt Lampenbenzin sorgen elektrische Filamentbirnen für Licht.

Nicht zu übersehen: Die drei Wetterlampen sind je 1,65 Meter hoch und wiegen 40 Kilogramm.

Tradition für die Zukunft und von der Zukunft bewahrt: Auszubildende von Aurubis stellten die drei Wetterlampen her.

Doch die drei Lampen sind mehr als überdimensionale Nachbauten. Sie sollen an die bergmännischen Wurzeln der Region erinnern. Zwei von ihnen bekommen feste Plätze an Orten, an denen diese Geschichte bis heute sichtbar ist. Eine steht beispielsweise bereits im Foyer des Bürgerhauses Horstmar. Das Gebäude war früher ein Ledigenwohnheim der Zeche Preußen, später Victoria 3/4. Eine weitere soll 2027 zur Eröffnung des neuen Quartierstreffs Viktoria aufgestellt werden. Er entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Victoria 1/2 und ersetzt das frühere Grubenwehrheim. Bei Veranstaltungen der IGBCE sollen die Wetterlampen ebenfalls zum Einsatz kommen. Wo die dritte Lampe dauerhaft ihren Platz finden wird, steht noch nicht fest.

„Die Wetterlampen sollen an die bergmännische Geschichte der Region erinnern und zugleich die Zusammenarbeit von Gewerkschaft, Unternehmen, Stiftung und weiteren regionalen Partnerinnen und Partnern sichtbar machen“, sagt Thomas Klüh von der IGBCE-Ortsgruppe Lünen-Süd. Bei der Übergabe der fertigen Lampen richtete Klüh den Blick auch nach vorn. Sein Appell an die Unternehmen der Region: „Nehmen Sie sich ein Beispiel an Aurubis. Schaffen Sie Ausbildungsplätze!“

Damit steckt in den drei Wetterlampen nicht nur ein Stück Bergbaugeschichte. Ein Symbol der früheren Arbeitswelt wurde von jungen Menschen neu gebaut, die heute ihren Beruf in der Industrie lernen. Künftig erinnern die XXL-Lampen in Lünen an das, was die Region geprägt hat – und an diejenigen, die ihre industrielle Zukunft gestalten.