Dialog
Reformpaket
Besorgniserregend
Es ist besorgniserregend, wie immer mehr am Sozialstaat gespart wird. Ob Rente, Gesundheit, Pflege und so weiter – die Folgen tragen vor allem Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben. Gerade jetzt erwarte ich, dass der DGB und die angeschlossenen Gewerkschaften nicht nur dazu Stellung beziehen, sondern entschlossen handeln und wirksame Maßnahmen gegen soziale und unfaire Verschlechterungen ergreifen, solange dies noch möglich ist. Ich selbst und viele andere auch wären sofort bereit, koordinierte Maßnahmen der Gewerkschaften zu unterstützen.
Sozialer Schutz ist keine freiwillige Leistung, sondern eine zentrale Errungenschaft unseres Landes. Reformen sind notwendig, dürfen aber nicht hauptsächlich einseitig zulasten von Beschäftigten, Rentnern und Pflegebedürftigen gehen. Wer den Sozialstaat abbaut, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Reformpaket
Gedankenlos
Ich bin ein wenig beunruhigt. Alles was die Gewerkschaften über viele Jahre erreicht haben, wird umgeworfen. Krankenschein ab dem ersten Tag, die Praxen werden sich freuen. Einschnitte bei der Familienversicherung. Die Gewerkschaften sollten das Land stilllegen für ein paar Tage. Diesen Gedankenlosen in Berlin muss das Handwerk gelegt werden. Wieso zahlen Beamte immer noch nicht ihren Beitrag zum Sozialstaat? Werdet aktiv!
Editorial
Stille Medien
Ich befürchte, dass die Resonanz in den Medien gering bleibt. Der Wegfall der Industriearbeitsplätze bedeutet Verlust gut verdienender Menschen. Hinzu kommt der Anstieg der Beschäftigten in Minijobs und Mindestlohn. Das reduziert die Kaufkraft und die Einnahmen der Sozialversicherungen. Warum keine Resonanz in den Medien? Ihr Verhalten hat sich nach der Novellierung des Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrages geändert.
IGBCE im Netz
Foto: IGBCE
Neue Umfrage im Oktober
Umfrage des Monats
IGBCE-Mitglieder üben starke Kritik
„Denkst du, dass mit dem Reformprogramm die Industrie wieder auf Wachstumskurs gebracht und Arbeitsplätze gesichert werden können?“ (in Prozent)
„Wie würdest du aktuell die politische Stimmung in deinem Kollegium beschreiben?“ (in Prozent)
Quelle: IGBCE
Quelle: IGBCE
Die IGBCE-Mitglieder lehnen das Reformpaket der Bundesregierung entschieden ab: 90 Prozent der Befragten erwarten davon für sich persönlich eher Be- als Entlastungen. Für 53 Prozent der Befragten gehen die Reformvorschläge „in die völlig falsche Richtung“, für weitere 32 Prozent „eher in die falsche Richtung“. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der jüngsten Mitgliederumfrage, die bis Anfang September in der „Meine IGBCE“-App freigeschaltet war. Insgesamt haben sich mehr als 4.000 Mitglieder beteiligt. Die Ergebnisse sind damit valide mit Blick auf die gesamte Mitgliedschaft, aber auch bezogen auf die Industriebeschäftigten insgesamt.
Ein „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“, wie die Bundesregierung ihr Papier überschrieben hat, sehen 54 Prozent in dem Reformpaket „überhaupt nicht“, weitere 36 Prozent „eher“ nicht. Zu einzelnen Projekten des Pakets sind die Kolleginnen und Kollegen noch kritischer. Die Empfehlungen der Rentenkommission eins zu eins zu übernehmen, wie die Bundesregierung es plant, unterstützen 62 Prozent „überhaupt nicht“, weitere 24 Prozent „eher nicht“. Die geplante Abschaffung der „Rente mit 63“ sowie des Blockmodells bei Altersteilzeit halten 76 Prozent für „überhaupt nicht“ richtig, weitere 15 Prozent geben „eher nein“ an. Die verpflichtende AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag lehnen 61 Prozent entschieden ab, weitere 20 Prozent „eher“. Selbst die geplanten Einkommensteuerentlastungen erscheinen den Befragten wenig reizvoll. Jeweils 34 Prozent halten sie für „eher“ oder „überhaupt nicht“ angemessen.
Entsprechend schlecht ist die politische Stimmung im Betrieb. 57 Prozent der Befragten beschreiben sie als „angespannt“, weitere 30 Prozent als „verzweifelt“.
Der Gewinner des iPads der letzten Umfrage ist Mike Behr aus Raguhn-Jeßnitz. Wir gratulieren!