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Ratgeber Leben

KI nutzen –
aber richtig!

Text Katrin Schreiter – Illustration Tim Dinter

Künstliche Intelligenz (KI) wirkt oft klüger, als sie ist. Sie kann dich unterstützen aber auch täuschen. Deshalb solltest du wissen, wo ihre Grenzen liegen und wie du sicher mit ihr umgehst. Profil hat fünf Tipps für dich.

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Für viele Menschen ist KI längst Alltag – und sie wird von ihnen für alles Mögliche genutzt. Die einen spielen damit herum, lassen sich Bilder oder kleine Videos erstellen oder holen sich schnell ein paar Reisetipps. In solchen Fällen wirkt KI wie ein praktisches, harmloses Spielzeug.

Doch oft geht es um weit mehr: Immer mehr Menschen vertrauen KI auch bei sensiblen Themen – von Gesundheitsfragen über Versicherungen bis hin zu persönlichen Problemen. Genau hier wird es heikel: Denn wenn die Antworten falsch sind, kann das ernsthafte Folgen haben. Trotzdem verlassen sich viele erstaunlich stark auf das, was ChatGPT, Claude und Co. ausspucken.

Dieses Vertrauen aber ist nicht immer gerechtfertigt. Eine Studie der Europäischen Rundfunkunion hat untersucht, wie zuverlässig die bekanntesten KI-Systeme sind – vor allem bei Nachrichten zu politischen Themen und historischen Ereignissen.

Das Ergebnis ist alarmierend: Viele Antworten von KI-Systemen sind schlicht falsch. Besonders schlecht schneidet Googles Gemini ab – aber auch Copilot, ChatGPT und Perplexity liegen mit hohen Fehlerquoten immer wieder daneben. Unterm Strich heißt das: Fast jede zweite KI-Antwort kann inhaltlich falsch sein. Mal sind die Informationen veraltet oder aus dem Zusammenhang gerissen und manchmal sind sie einfach erfunden.

Wie gravierend das ist, zeigt ein Beispiel: Auf die Frage nach dem aktuellen Papst nannten mehrere Systeme weiterhin Franziskus obwohl er bereits verstorben war. Brisant ist auch, wie sicher KI dabei wirkt. Sie antwortet fast immer, selbst wenn sie keine verlässliche Grundlage hat – und vermittelt so ein trügerisches Gefühl von Wahrheit. Trotzdem vertrauen viele Menschen auf diese Antworten. Doch wer sich blind auf KI verlässt, kann falsche Entscheidungen treffen, die unter Umständen erhebliche Konsequenzen haben können.

Profil erklärt dir, worauf du beim Umgang mit KI achten solltest.

1. Fakten prüfen, nicht blind vertrauen

KI-Tools wirken oft sehr überzeugend – trotzdem machen sie Fehler. Manchmal erfinden sie sogar Dinge, liefern falsche oder frei erfundene Informationen. Nutze KI deshalb eher als Ausgangspunkt, nicht als verlässliche Quelle. Gerade bei medizinischen oder finanziellen Themen solltest du Informationen immer zusätzlich aus seriösen, unabhängigen Quellen einholen.

2. Deine Daten gehören dir

Überlege genau, welche Informationen du in KI-Anwendungen eingibst. Vertrauliche Daten wie Passwörter, Bankdaten oder sehr persönliche Inhalte haben dort nichts zu suchen. Oft ist nicht klar, wie diese Daten gespeichert oder weiterverwendet werden. Behandle KI deshalb nicht wie eine Vertrauensperson.

3. Nicht jeder Anbieter ist seriös

Schau dir genau an, welcher KI-Dienst hinter einer Anwendung steckt und wie er mit deinen Daten umgeht. Setze möglichst auf bekannte Anbieter mit transparenten Datenschutzregeln. Gerade in App-Stores gibt es viele Angebote, die vor allem eines wollen: deine Daten sammeln.

4. Vorsicht vor KI-Fakes

Mit KI lassen sich täuschend echte Bilder, Videos, Stimmen und Texte erstellen. Solche Fälschungen – sogenannte Deepfakes – sind oft schwer zu erkennen. Sei besonders misstrauisch bei ungewöhnlichen oder emotionalen Inhalten, selbst wenn sie scheinbar von bekannten Personen stammen. Im Zweifel solltest du immer eine zweite Quelle prüfen oder direkt nachfragen.

5. Am Ende entscheide selbst

KI kann dir viel Arbeit abnehmen und das ist verlockend. Trotzdem solltest du dich nicht vollständig darauf verlassen. Nutze sie als Unterstützung, nicht als Ersatz für dein eigenes Denken. Sonst besteht die Gefahr, dass du Entscheidungen unkritisch übernimmst oder wichtige Fähigkeiten verlernst.

Fazit: Künstliche Intelligenz ist zwar ein enorm hilfreiches Werkzeug im Alltag. Doch bei aller Begeisterung solltest du die Risiken nicht unterschätzen. KI kann dir vieles abnehmen. Entscheiden solltest du trotzdem noch selbst.

KI im Job nutzen

Foto: Stefan Koch

Grundsätzlich gilt: KI-Anwendungen werden rechtlich wie andere Arbeitsmittel behandelt etwa wie Taschenrechner oder Übersetzungsprogramme. „Fehler lassen sich nicht einfach auf die KI schieben“, sagt Peter Voigt, Ressortleiter Recht bei der IGBCE. Deshalb müssten die Ergebnisse stets eigenständig überprüft werden. Eine wichtige Rolle spiele außerdem, ob und in welchem Rahmen der Arbeitgeber die Nutzung von KI überhaupt erlaubt hat. „Entscheidend ist dabei auch, welche konkreten Vorgaben und Regeln im Unternehmen gelten.“

„Wenn Beschäftigte Fehler mit KI machen, ist der Arbeitgeber erster Ansprechpartner. Denn Beschäftigte gelten nach außen hin nur als Erfüllungsgehilfen ihres Unternehmens“, sagt Voigt. „Innerhalb des Betriebes kann der Arbeitgeber jedoch versuchen, sich einen Teil des entstandenen Schadens vom Beschäftigten zurückzuholen. Voraussetzung dafür ist, dass ein Gericht klärt, in welchem Umfang den Angestellten tatsächlich ein Verschulden trifft.“