Laut für Jobs,
stark für Zukunft
Der 1. Mai in Augsburg: ein nachhallender Protest für sichere Jobs, soziale Gerechtigkeit und eine starke Industrie.
Arbeit vor Profit, Industrie sichern, Zukunft gestalten: Deutliche Signale am 1. Mai in Augsburg.
Der 1. Mai zeigte sich in Augsburg von seiner lebendigsten Seite. Knapp über tausend Menschen zogen am Tag der Arbeit in einem lautstarken Demonstrationszug mit bunten Fahnen, Trommeln, Trillerpfeifen und Sprechchören quer durch die Stadt zur zentralen Kundgebung der Gewerkschaften am Königsplatz. Auch zahlreiche IGBCE-Mitglieder setzten auf diese Weise, wie in allen anderen IGBCE-Bezirken in Bayern und bundesweit, ein unüberhörbares Zeichen für faire Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und eine wehrhafte Demokratie.
Im Zentrum der Kundgebung stand die Rede von Michael Vassiliadis. Unter dem Leitmotto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ fand der IGBCE-Vorsitzende deutliche Worte. Die Beschäftigten seien nicht Verursachende der derzeitigen Krise, sondern ihre Leidtragenden. Es gehe jetzt darum, die Gesellschaft fair und zukunftsfähig zu machen. Doch die Politik arbeite aktuell in die entgegengesetzte Richtung.
Vassiliadis kritisierte scharf die zunehmenden Angriffe auf Arbeitnehmerrechte. Arbeitszeitregelungen, Arbeitsschutz und soziale Sicherungssysteme würden öffentlich infrage gestellt – eine Entwicklung, die auf entschlossenen gewerkschaftlichen Widerstand stoßen werde. „Diese Errungenschaften sind nicht verhandelbar“, stellte er klar. Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage betonte er, Deutschland stecke in einer anhaltenden Krise, die nicht nur global bedingt, sondern auch in Teilen hausgemacht sei. Fehlende Investitionen in Infrastruktur und Industrie schwächten die Wettbewerbsfähigkeit spürbar.
Wir brauchen eine tragfähige Perspektive für die Industrie.
Michael Vassiliadis,
IGBCE-Vorsitzender
Die Folgen seien konkret: Monatlich gingen Tausende tarifgebundene Industriearbeitsplätze verloren. Für Vassiliadis ist klar, dass diese Entwicklung entschlossenes politisches Handeln erfordert. Er forderte Entlastungen bei Energiepreisen, massive Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte. Lösungsansätze gebe es ausreichend – entscheidend sei nun die Umsetzung. Politik und Arbeitgeberseite stünden in der Pflicht, eine tragfähige Zukunftsperspektive für die Industrie vorzulegen.
Dabei sprach sich der IGBCE-Vorsitzende für Reformen aus, knüpfte diese jedoch an klare Bedingungen: soziale Ausgewogenheit und echte Zukunftsperspektiven. Eine einseitige Belastung der Beschäftigten werde es nicht geben. „Die Beschäftigten werden diese Krise nicht allein bezahlen“, lautete eine zentrale Botschaft des IGBCE-Chefs.
Neben Michael Vassiliadis sprachen auch Augsburgs neuer Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) sowie Silke Klos-Pollinger vom DGB. Der gemeinsame Tenor: Der 1. Mai ist kein folkloristisches Ritual, sondern ein Tag, der zeigt: Der Kampf um gute Arbeit, sichere Jobs und soziale Gerechtigkeit ist aktueller denn je – und wird von der IGBCE auch in Bayern entschlossen geführt.