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Vor Ort: Hessen-Thüringen

Wiesbaden

Industriepaket Hessen vorgestellt

Vorstellung des Industriepakets mit Kaweh Mansoori (5. v. l.) und Sabine Süpke.

Foto: HMWVW

Wer morgen eine starke Industrie in Hessen will, muss heute in Ausbildung, Qualifizierung und berufliche Perspektiven investieren: Das ist aus Sicht der IGBCE essenziell für die Zukunft des Standorts. Im Rahmen des Industrietrialogs Hessen haben Vertreterinnen und Vertreter von Land, Unternehmen und Beschäftigten jetzt ein umfassendes Industriepaket mit fünf konkreten Handlungsfeldern erarbeitet und vorgestellt.

Für die IGBCE ist klar: Industriepolitik muss an den realen Bedingungen in den Unternehmen ansetzen. „Hessen hat starke Industriestandorte – und vor allem gute Leute in den Betrieben“, sagt Landesbezirksleiterin Sabine Süpke. „Es muss jetzt darum gehen, ihre Arbeitsplätze zu sichern und ihnen in der Transformation verlässliche Perspek­tiven zu geben. Wer die Industrie in Hessen stärken will, muss Ausbildung stärken und Industrieparks weiterentwickeln.“

Hessens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori: „Mit dem Paket geben wir klare Antworten auf die Herausforderungen der Transformation und setzen auf die Stärke einer guten Zusammenarbeit.“

Frankfurt

Erneut Stellenabbau bei Sudarshan

Unruhe bei Sudarshan: Der Pigmenthersteller will am Standort Frankfurt-Höchst erneut achtzig Arbeitsplätze abbauen, nach bereits achtzig Arbeitsplätzen 2025. Das hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Indien den Beschäftigten am 24. April mitgeteilt. Es begründet die Pläne mit der Situation am Markt für Pigmente und hohen Fixkosten am Standort.

Der Betriebsrat zeigte sich verwundert angesichts der aus seiner Sicht positiven Marktlage. Er forderte vom Unternehmen, den Standort Höchst aus dem globalen Produktionsnetz des Unternehmens heraus zu stärken, um strategisch wieder schlagkräftig zu werden. Der Betriebsrat kündigte gegenüber den Beschäftigten an, das vom Geschäftsführer gegebene Versprechen zu Fairness, Respekt und Transparenz konsequent einzufordern.

Bei einem Besuch im vergangenen Juli hatte der Geschäftsführer des Konzerns, Rajesh Rathi, noch Investitionen von mehreren Millionen Euro versprochen.

Wiesbaden/Friedewald

Neuer stellvertretender Landesbezirksleiter

Foto: Nicole Strasser

Philipp Mundt ist neuer stellvertretender Leiter des Landesbezirks Hessen-Thüringen. In dieses Amt haben ihn am 29. April die Mitglieder des Landesbezirksvorstands bei einer außerordentlichen Sitzung in Friedewald gewählt. Er folgt auf Peter Schuld.
Philipp
Mundt ist bereits seit 2017 im Landesbezirk Hessen-Thüringen, bislang als Landesbezirkssekretär. Seit 2008 arbeitet er hauptberuflich für die IGBCE. Zuvor war er im Bereich EDV bei der Infraserv Höchst tätig. Dort war er stellvertretender Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) und hat sich in verschiedenen Ausschüssen der IGBCE engagiert. Bevor er in den Landesbezirk Hessen-­Thüringen gewechselt ist, war er fünf Jahre lang im Bezirk Nürnberg.

Zu seinem neuen Aufgabenbereich gehören die politischen Kontakte des Landesbezirks, die Organisationsentwicklung, Europaangelegenheiten sowie Energie-, Industrie- und Strukturpolitik. Er ist federführend für die Tarifverhandlungen für die Kunststoff- und Kautschukindustrie zuständig und begleitet die Tarifverhandlungen für die chemische Industrie.

Landesbezirksleiterin Sabine Süpke gratuliert Philipp Mundt zur Wahl.

Foto: Dennis Riemann

Wiesbaden

Gute Wahlen

Von März bis Mai 2026 haben die Beschäftigten in den Betrieben im Landesbezirk die Betriebsräte neu gewählt. Zum Redaktionsschluss lagen etwa drei Viertel der Ergebnisse vor. In einer Vielzahl von Betrieben gelang es den Kandidatinnen und Kandidaten der IGBCE, eine absolute Mehrheit zu erreichen. Ein Zuwachs von mehreren Sitzen gelang zum Beispiel bei B. Braun; hier gingen 30 von insgesamt 35 Betriebsratsmandaten an die IGBCE-Liste. Auch bei der Infraserv Höchst konnte die IGBCE sehr gute Zugewinne verzeichnen. Vorangegangen war in vielen Betrieben ein aufwendiger Wahlkampf der IGBCE-Betriebsräte und der gewerkschaftlichen Vertrauensleute.

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Wiesbaden

Nächste Wahlen

Bei den Tarifkommissionsmandatswahlen von Juli bis November werden die Mitglieder von rund hundert Tarifkommissionen im Landesbezirk und ihre Stellvertreterinnen und Stellvertreter neu gewählt. Die größte ist die Tarifkommission für die chemische und pharmazeutische Industrie, es folgen Kautschuk, Kunststoff, Papier. 12 der 21 Mandate der Tarifkommission für die Kali- und Steinsalzindustrie werden auch aus dem Landesbezirk besetzt. Zudem gibt es eine Vielzahl kleinerer Tarifkommissionen. Verteilt werden die Mandate nach den Mitgliederzahlen in den Betrieben. Die Tarifkommissionsmitglieder werden in den Betrieben, denen die Mandate zugeteilt sind, gewählt und anschließend vom Landesbezirksvorstand bestätigt.


Das war der

Tag der Arbeit in Hessen und in Thüringen

Erfurt

Foto: IGBCE

Darmstadt

Foto: IGBCE

Frankfurt

Foto: IGBCE

Marburg

Foto: IGBCE

Kassel

Foto: IGBCE

Freigericht

Foto: IGBCE

Korbach

Foto: Wolfgang Lenders

Wiesbaden

Foto: IGBCE

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Im gesamten Landesbezirk gingen Mitglieder am 1. Mai für ihre Belange auf die Straße.

„Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ war das Motto zum 1. Mai. Große Kundgebungen des DGB gab es etwa in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Kassel, Gießen, Marburg, Erfurt und Jena. Auch in vielen kleineren Orten wurde demonstriert, etwa in Korbach, Freigericht, Ilmenau, Altenburg und Limburg. In Wiesbaden redete Marion Hackenthal, Leiterin des Bezirks Rhein-Main. Sie sprach Solidarität mit der Stadtverordneten Moira Lüttich aus, die nach rechtsextremer Hetze zurückgetreten ist. Politik und Wirtschaft rief sie zu: „Wer glaubt, die arbeitnehmendenfeindliche Agenda jetzt durchziehen zu können, wird mit unserem Widerstand auf der Straße rechnen müssen!“

In Freigericht forderte Frank Wilz, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe Kinzigaue: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erwarten wir, dass der Wert unserer Arbeit anerkannt wird!“ In Ilmenau stand Kirsten Breuer, Gewerkschaftssekretär im Bezirk Thüringen, auf der Bühne: „Wer in Krisenzeiten den Sozialstaat angreift, Rente, Gesundheit oder Arbeitslosenversicherung schlechtredet, sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen.“