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Vor Ort: Nordrhein-Westfalen
Dormagen
Positives Signal: Covestro investiert Millionen
Neues Energieeffizienz-Projekt zeigt: Industrielle Transformation und sichere Arbeitsplätze können zusammen gedacht werden.
Foto: Covestro AG
Wenn am Standort Dormagen künftig Wasserdampf nicht mehr ungenutzt entweicht, sondern in die Produktion zurückgeführt wird, steckt dahinter weit mehr als ein technisches Modernisierungsprojekt. Covestro investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in einen neuen Dampfkompressor – die bislang größte Energieeffizienz-Maßnahme des Unternehmens. Für den Chemiestandort Dormagen ist das ein deutliches Signal: Trotz hoher Energiekosten und wachsendem internationalen Wettbewerbsdruck setzt das Unternehmen weiter auf industrielle Produktion in Nordrhein-Westfalen.
Abwärme wird wieder nutzbar
Das Prinzip wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Bei der Herstellung von TDI, einem essenziellen chemischen Grundstoff für Weichschäume etwa in Matratzen oder Autositzen, entsteht Wasserdampf. Bislang war dieser für viele Produktionsprozesse nicht heiß genug und wurde teilweise als Abwärme abgegeben. Künftig soll genau diese Energie erneut genutzt werden. Der neue Kompressor hebt den Dampf auf ein höheres Temperatur- und Druckniveau – aus Abwärme wird wieder nutzbare Energie für die Produktion. In Summe soll das Projekt den Energiebedarf von Covestro in Deutschland um rund zwei Prozent senken. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit einer Einsparung von mehr als 40.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Investition ist wichtiges Signal
„Das Projekt zeigt, dass indus-trielle Transformation und sichere Arbeitsplätze zusammen gedacht werden können“, sagt Markus Abdalla, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Covestro Deutschland AG. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass Unternehmen in ihre Standorte investieren und damit Perspektiven für die Beschäftigten schaffen“, betont er.
Die Investition gilt auch als industriepolitisches Signal. Die chemische Industrie gehört zu den energieintensivsten Branchen überhaupt. Hohe Energiepreise, internationale Konkurrenz und der Umbau hin zur klimaneutralen Produktion setzen viele Standorte unter Druck. Investitionen wie in Dormagen sind deshalb weit mehr als reine Klimaprojekte – sie entscheiden zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsperspektiven der Industrie in Deutschland.
Beschäftigte profitieren
„Die Transformation der Industrie gelingt nur, wenn Unternehmen auch bereit sind, in ihre Standorte und ihre Beschäftigten zu investieren“, sagt Natalie Mühlenfeld, Leiterin des IGBCE-Bezirks Köln-Bonn. „Dass Covestro hier moderne und energieeffiziente Technologien fördert, ist ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit der Industrie und für sichere Arbeitsplätze in der Region.“
Gerade im Rheinland hängen Tausende Arbeitsplätze direkt oder indirekt an den großen Chemie- und Produktionsstandorten. Umso stärker wirkt die Botschaft aus Dormagen: Industrielle Modernisierung und Produktion sollen weiterhin zusammen gedacht werden.
Projekt ist Teil einer Strategie
Der Baustart für den neuen Kompressor ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Mitte 2027 soll die Anlage in Betrieb gehen. Für Covestro ist das Projekt Teil einer umfassenderen Strategie: Bis 2030 will das Unternehmen den Energieverbrauch pro produzierter Tonne gegenüber 2020 um zwanzig Prozent senken.
Das war der
Tag der Arbeit
Im gesamten Landesbezirk demonstrierten die Menschen am 1. Mai für Gute Arbeit, Mitbestimmung und eine starke Industrie.
Fotos: Landesbezirk Nordrhein-Westfalen
Mit zahlreichen Ehrenamtlichen und klaren Botschaften war die IGBCE am Tag der Arbeit im gesamten Landesbezirk Nordrhein-Westfalen präsent. In vielen Städten setzten Kolleginnen und Kollegen ein Zeichen für gute Arbeit, Mitbestimmung und eine starke Industrie.
Fahnen, Musik, Gespräche an den Ständen und volle Plätze in den Innenstädten: Am 1. Mai haben in NRW Zehntausende Menschen für Gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine starke Industrie demonstriert. Organisiert werden die Veranstaltungen traditionell vom DGB. Die IGBCE war dabei im gesamten Landesbezirk sichtbar vertreten – mit ihren Bezirken, vielen Ehrenamtlichen und Aktionen bei den Kundgebungen vor Ort.
Ob in Alsdorf, Dortmund, Hagen, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Köln, Bonn oder Leverkusen, ob am Niederrhein, in Nordwestfalen oder in Recklinghausen: Ehrenamtliche und Aktive der IGBCE suchten das Gespräch mit Besucherinnen und Besuchern, diskutierten über die Lage der Industrie und informierten über gewerkschaftliche Arbeit in den Betrieben. Viele Kolleginnen und Kollegen nutzten den Tag der Arbeit, um gemeinsam Präsenz zu zeigen und deutlich zu machen, dass die Herausforderungen für die Industrie und ihre Beschäftigten längst in den Regionen angekommen sind.
Denn die Themen, die auf den Bühnen und bei den Aktionen diskutiert wurden, beschäftigen viele Betriebe ganz konkret: Hohe Energiepreise, wirtschaftliche Unsicherheit, Investitionsstau und die Transformation der Industrie prägen die Lage in zahlreichen Unternehmen. Entsprechend klar waren die Botschaften auf den Kundgebungen: Industriearbeitsplätze brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen und Unternehmen, die Verantwortung für Standorte und Beschäftigte übernehmen.
„Der 1. Mai zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie stark unsere Gewerkschaft in den Betrieben verankert ist“, sagt Thomas Meiers, Landesbezirksleiter NRW. „Unsere Kolleginnen und Kollegen waren überall im Land präsent, haben das Gespräch gesucht und deutlich gemacht, dass sichere Industriearbeitsplätze die Grundlage für Wohlstand und Wachstum in Nordrhein-Westfalen sind.“
Der diesjährige Tag der Arbeit hat offenbart, worauf es mehr denn je ankommt: Gerade in Zeiten tiefgreifender wirtschaftlicher Veränderungen bleibt die Präsenz vor Ort entscheidend – für Zusammenhalt, Mitbestimmung und eine starke Stimme der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen.