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Haltern am See

Ortsgruppenkonferenz Westfalen: Wir sind eins!

Ortsgruppenkonferenz in Haltern am See: Austausch fördern, Herausforderungen diskutieren.

Fotos (3): Karim Nefissi

Landesbezirksleiter Thomas Meiers

Fotos (3): Karim Nefissi

Auch rund um die Veranstaltung kam man miteinander ins Gespräch.

Fotos (3): Karim Nefissi

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Im Dezember haben sich mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter der Ortsgruppen im Landesbezirk Westfalen zu einer zweitägigen Konferenz in Haltern am See getroffen. Ihr Ziel: den Austausch untereinander zu fördern und die Herausforderungen der IGBCE zu diskutieren.

Zu Beginn der Veranstaltung sprach Westfalens Landesbezirksleiter Thomas Meiers mit den anwesenden Kolleginnen und Kollegen über die aktuelle Lage in den Ortsgruppen. „Wir brauchen unsere Ortsgruppen für eine erfolgreiche Zukunft der IGBCE“, sagte Meiers. Es gehe um die Frage, wie die IGBCE künftig mit den Herausforderungen des demografischen Wandels, der Mitgliederentwicklung und der sich verändernden wirtschaftlich-politischen Lage umgehe. „Und hierbei haben die Ortsgruppen eine wichtige Funktion am Wohnort“, betonte er.

Im weiteren Verlauf teilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf vier Workshops auf, um über Themen wie bessere Zusammenarbeit, den Weg zum Kongress 2025, zukunftsorientierte Ortsgruppenarbeit sowie Richtlinien und Aufgaben der Ortsgruppen zu sprechen. Ein Beispiel hierfür stellt der 1. Mai 2024 dar. Gemeinsam mit den Schwestergewerkschaften und dem DGB wollen die IGBCE-Ortsgruppen den 1. Mai mehr zum Familienfest machen, um nicht nur die Kolleginnen und Kollegen für den Demonstrationszug zu begeistern, sondern auch die gesamte Familie auf die Straße zu bringen.

Darüber hinaus wurden die Nachwuchsförderung in den Ortsgruppen und die Frage der zukünftigen Finanzierung der Vor-Ort-Arbeit diskutiert. „Es tut gut, sich auch in einer größeren Gruppe mit Gleichgesinnten aus anderen Ortsgruppen zu treffen“, sagte eine Teilnehmerin abschließend. „Da wird einem noch mal bewusst, dass wir gemeinsam wirklich etwas erreichen können.“

Abgeschlossen wurde die Konferenz mit der Zusammenfassung der gesammelten Ergebnisse und einem geselligen Mittagessen im Adolf-Schmidt-Bildungszentrum.

Arnsberg

Aus der Theorie in die Praxis

Produktives Treffen bei der Wepa in Arnsberg.

Foto: IGBCE Westfalen

Im Sommer 2023 haben IGBCE und Papierindustrie NRW für die Beschäftigten der Papier- und Zellstoffindustrie in Westfalen erstmals einen einheitlichen Entgeltgruppentarifvertrag vereinbart. Dieser ist im September 2023 in Kraft getreten. In den Betrieben soll die Umsetzung nun bis Ende August 2024 erfolgen. In Westfalen hatten sich dazu zahlreiche Mitglieder der Tarifkommission, Betriebsrätinnen und Betriebsräte, Vertrauensleute und Beschäftigte sowie Vertreter und Vertreterinnen der Personalabteilungen aus den Betrieben bei der Wepa in Arnsberg getroffen.

Mehr Perspektiven möglich
Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer Jörg Esser und Peter-Paul van de Loo, Geschäftsführer vom Verband der papiererzeugenden Industrie in Nordrhein-Westfalen e. V., führten gemeinsam durch die Veranstaltung und stellten die Ergebnisse der neuen Tarifverträge zu den Entgeltgruppen und den Tarifvertrag zum 13. Monatseinkommen im Detail vor. „Durch die Einführung dieser neuen Tarifverträge wird niemand finanziell schlechtergestellt, sondern Perspektiven durch Stufensteigerungen ermöglicht“, freut sich Jörg Esser. Mit der Aufhebung der Unterscheidung von Arbeitenden und Angestellten und einer durchlässigen Entgeltstruktur sei ein historischer Meilenstein gelungen.

Zukunftsweisender Tarifvertrag
Das Besondere: Dieser zukunftsweisende Tarifvertrag löst die bisherigen unterschiedlichen Regelungen zur Eingruppierung der Beschäftigten in den Betrieben ab. Besonders hervorzuheben ist, dass die Überführung von bisher nach Lohn und Gehalt unterschiedenen Tätigkeiten in die neuen einheitlichen Entgeltgruppen des Bundesentgeltrahmentarifvertrags erfolgt.

In dem Zusammenhang erfolgt auch die Festlegung neuer Entgeltsätze für Westfalen. „Im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten haben Beschäftigte damit zukünftig die Chance, durch Weiterqualifizierung und Kompetenzerweiterung neue Tätigkeitsfelder und Höhergruppierungen zu erreichen“, erklärt Jörg Esser, der die Umsetzung auf Landesbezirksseite begleitet. „In allen Betriebsteilen ist hierbei allein die bisherige Eingruppierung und Tätigkeit Grundlage für die Überführung in 13 aufeinander aufbauende Entgeltgruppen.“ Mit der Auflösung der bisherigen Unterscheidungen zwischen einzelnen Beschäftigtengruppen wird mit diesem Tarifvertrag nun endlich eine durchlässige Entgeltstruktur geschaffen.

Gelsenkirchen

Einigung in der Schlichtung

Saint-Gobain Rigips: Enttäuschte Beschäftigte demonstrieren.

Foto: Bezirk Gelsenkirchen

Bei der Saint-Gobain Rigips GmbH in Gelsenkirchen konnte die Schlichtungskommission erst in der zweiten Runde ein Ergebnis erzielen. Zuvor waren die Angebote der Arbeitgeberseite „unterirdisch im Volumen und hatten eine viel zu lange Laufzeit“, erklärt Mayc Nienhaus, zuständiger Gewerkschaftssekretär des Bezirks Gelsenkirchen.

Um ihrem Unmut darüber Luft zu verschaffen, dass die Verhandlungen gescheitert waren, hatten sich zuvor mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen vor dem Eingang des Verwaltungsgebäudes versammelt. „Weil wir dem Arbeitgeber deutlich machen wollten, dass die Beschäftigten nicht für einen Appel und ein Ei zu haben sind, haben wir zur Tarifaktion gerufen. Die Enttäuschung der Beschäftigten war deutlich zu spüren“, begründet Nienhaus die Initiative. Mit Erfolg: Das nun erzielte Ergebnis sieht für die Beschäftigten unter anderem eine Tabellenerhöhung von insgesamt 220 Euro und zwei Inflationsausgleichszahlungen vor.

Saint-Gobain Rigips mit Hauptsitz in Düsseldorf ist ein deutscher Hersteller von Trockenbau- und Putzsystemen. Das Unternehmen gehört zum französischen Konzern Compagnie de Saint-Gobain.