Besser mit Betriebsrat
Im Landesbezirk sind zwei Fachsekretäre für Mitgliederstärke dabei, in bislang nicht mitbestimmten Unternehmen Betriebsräte zu gründen. Sie unterstützen auch, wenn sich interessierte Teile der Belegschaft mit diesem Ansinnen bei der IGBCE melden – mit Erfolg.
Fotos: Veli Köksal (2)
Nachdem Poli-Tape versucht hatte, beim Thema Entgelt die Gewerkschaft zu umgehen, machten die Beschäftigten beim Folienhersteller ihrem Unmut darüber Luft.
Foto: privat
Veli Köksal (Foto) ist, gemeinsam mit Lukas Gruber, Fachsekretär für Mitgliederstärke im Landesbezirk. Sie sind erste Ansprechpartner für Beschäftigte, die sich bei der IGBCE melden, wenn sie ein Betriebsratsgremium gründen wollen. Ziel ist es, sowohl große Neuansiedlungsprojekte internationaler Konzerne als auch kleine und mittelständische Betriebe weiter zu erschließen.
Köksal verweist auf einen im September erstmals gewählten Betriebsrat bei Fermit, Spezialist für das Abdichten von Gewinden. „Hier ließ ein neuer Geschäftsführer unter den rund dreißig Beschäftigten Unsicherheit entstehen“, blickt er zurück. Es habe im Raum gestanden, dass der bislang tarifgebundene Betrieb aus dem Chemie-Flächentarif ausscheide. „Auch angestammte Frühstückspausen sollten wegfallen“, sagt Köksal. Klar, dass die Beschäftigten einen Betriebsrat für mehr Sicherheit wollten.
Die Beschäftigten wollen einen Betriebsrat für mehr Sicherheit.
Veli Köksal,
Fachsekretär für Mitgliederstärke
Sorgen anderer Art waren es, deretwegen sich die rund 35 Beschäftigten des Gefahrstoffzentrums Kaiserslautern an den Landesbezirk wandten, nachdem der Betrieb Mitte 2025 vom Brenntag-Konzern übernommen worden war. „Die Mannschaft trieb um, womöglich bald einer der Brenntag-Standorte zu werden, die dichtgemacht werden.“ Ziel des jetzt neuen Betriebsrates ist es, über Gesamt- und Konzernbetriebsrat Einfluss zu nehmen, um Jobs in der Westpfalz zu sichern. Eine Entlohnung nach einem Tarifvertrag gibt es bislang noch nicht.
Leuchtturmprojekte wie Eli Lilly in Alzey und die Vetter-Neuansiedlung in Saarlouis – hier ein Jahr nach dem Spatenstich – sollen die IGBCE-Mitgliederbasis verstärken.
Foto: Lilly Alzeye
Udo Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirats, und Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.
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Seit die Brenntag-Laster das Gefahrstoffzentrum Kaiserslautern ansteuern (Übernahme im Juni 2025), sorgt sich die Mannschaft um ihren Standort.
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Der neueste Betriebsrat ist das Mitte März gewählte Gremium bei Schulz Farben in Langenlonsheim, einem inhabergeführten Betrieb für die Produktion unter anderem von Farben, Lacken und Lasuren. „Viele der rund 250 Beschäftigten hier sind Mitglied geworden, um mehr Fairness beim Thema Entgelt zu erhalten“, beschreibt Köksal die Motivation, die zur Betriebsratsgründung geführt hat. „Das Ziel eines Tarifvertrags mit transparent geregelten Arbeits- und Entgeltbedingungen wollen wir jetzt gemeinsam mit unseren Mitgliedern angehen.“
Die Beispiele zeigen: Die IGBCE steht unterstützend zur Seite, wenn es um Betriebsratsneugründungen oder um gerechte Arbeitsbedingungen und -entgelte geht. Denn von Tarifverträgen profitieren erfahrungsgemäß auch die Arbeitgeber: Die Transparenz für alle bringt mehr Ruhe in die Belegschaften.