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Der Frauentag im Landesbezirk

Die am Frauentag beteiligten Frauen sind sich einig: Der Austausch ist wichtig. Immer wieder.

Foto: Frank Werth

Mit Aktionen in Betrieben, Veranstaltungen und vielen Gesprächen haben die Bezirke im Landesbezirk Nordrhein-Westfalen rund um den Internationalen Frauentag am 8. März ein Zeichen für Gleichberechtigung, faire Arbeitsbedingungen und die Rolle von Frauen in der Arbeitswelt gesetzt.

Am Standort NSG Pilkington in Gelsenkirchen wurden die beschäftigten Frauen direkt am Arbeitsplatz besucht und auf den Internationalen Frauentag aufmerksam gemacht. „Für die Frauen im Betrieb etwas zu bewegen, was die letzten Jahre zu kurz gekommen ist“, beschreibt Alexandra Fidrja von Pilkington das Anliegen der Initiative.

Viele Aktionen in Leverkusen
Besonders umfangreich waren die Aktionen im Bezirk Leverkusen. Dort verteilten Aktive des Bezirksfrauenausschusses rund 3.300 Pakete an beschäftigte Frauen in Unternehmen wie Bayer, ­Covestro, Currenta/Tectrion, ­Lanxess, Bayer Vital, Dynamit Nobel und Momentive. Die Pakete enthielten unter anderem ein eigens gestaltetes Heft zum Internationalen Frauentag, Postkarten mit Botschaften zur Gleichberechtigung sowie Einladungen zu Veranstaltungen des Bezirksfrauenausschusses. Außerdem fand ein Lauf rund um das Bayer-Kreuz statt, bei dem Aktive des Frauenausschusses mit einem Informationsstand vertreten waren. Am folgenden Tag lud der Bezirksfrauenausschuss zu einem Kinoabend im Scala in Leverkusen ein.

„Ich bin begeistert vom Engagement, von der Kreativität und der Power, die die Frauen im Bezirk Leverkusen immer in diesen Tag stecken“, sagt Kris Küppers, Gewerkschaftssekretär im Bezirk Leverkusen. „Das Rahmenprogramm rund um den Internationalen Frauentag ist für viele unserer weiblichen Mitglieder ein echtes Highlight.“

Ich bin begeistert vom Engagement, von der Kreativität und der Power.

Kris Küppers,
Gewerkschaftssekretär
Leverkusen

Aus Anlass des Frauentags fand ein Lauf rund um das Bayer-Kreuz statt.

Foto: IGBCE

Filmabend in Dortmund-Hagen
Auch in anderen Regionen stand der Austausch im Mittelpunkt. Der Bezirksfrauenausschuss Dortmund-Hagen lud anlässlich des Internationalen Frauentags zu einem gemeinsamen Filmabend ein. Gezeigt wurde der Film „We Want Sex“, der den Kampf von Näherinnen im britischen Ford-Werk von Dagenham in den 1960er-Jahren für gleiche Bezahlung erzählt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele der angesprochenen Themen bis heute aktuell sind.

„Es gibt noch viel zu tun, denn Entgeltgleichheit und Frauenrechte sind noch lange nicht hergestellt“, betont Christine Wilms, stellvertretende Bezirksleiterin Gelsenkirchen.

Fazit: Austausch ist wichtig
Auch Tania Demiral, Vorsitzende des Bezirksfrauenausschusses Dortmund-Hagen, zieht ein positives Fazit: „Der Internationale Frauentag erinnert uns jedes Jahr daran, wie wichtig der Einsatz für Gleichberechtigung und faire Arbeitsbedingungen ist. Der Film hat das auf eindrucksvolle Weise gezeigt und gleichzeitig Raum für gute Gespräche und Austausch geschaffen.“

Der Filmabend habe auch demonstriert, wie wichtig solche Gelegenheiten für Begegnung, Diskussion und solidarischen Austausch unter Frauen sind.


Coesfeld

Für die Ausbildung von Honduras nach Coesfeld

Aus Honduras nach Coesfeld: Mauricio Garcia absolviert bei J. W. Ostendorf eine Ausbildung zum Industriemechaniker und ist Mitglied der IGBCE.

Foto: J. W. Ostendorf

Ein 14-Stunden-Flug, eine neue Sprache und ein völlig neues Umfeld: Für Mauricio Garcia war der Beginn seiner Ausbildung in Deutschland ein großer Schritt. Seit dem 1. August 2025 lernt er bei J. W. Ostendorf in Coesfeld den Beruf des Industriemechanikers und ist Mitglied der IGBCE.

Der junge Honduraner ist Teil eines Pilotprojekts zur Fachkräftegewinnung. Gemeinsam mit dem Centro Técnico Hondureño Alemán (CTHA) in Honduras hat die IHK Nord Westfalen ein Programm gestartet, um junge Menschen für eine technische Ausbildung in Deutschland zu gewinnen. J. W. Ostendorf beteiligt sich an diesem Projekt und bietet internationalen Nachwuchskräften eine Perspektive.

Mauricio Garcia kam bereits ein Jahr vor Beginn seiner Ausbildung für ein Praktikum nach Deutschland. „Am Anfang war es schon eine Umstellung: ein 14-Stunden-Flug, Jetlag, eine neue Umgebung – alles war anders“, erzählt er. Heute fühlt er sich in Coesfeld gut angekommen. Gemeinsam mit zwei weiteren Teilnehmern aus Honduras lebt er in einer Wohngemeinschaft in der Nachbarstadt.

Die Teamarbeit ist sehr stark, jeder unterstützt jeden.

Mauricio Garcia,
Auszubildender
J. W. Ostendorf

Die Arbeit an Maschinen ist Teil der Ausbildung.

Foto: J. W. Ostendorf

„Das Beispiel von Mauricio zeigt, wie gute Ausbildungsbedingungen und ein respektvolles Miteinander jungen Menschen Perspektiven eröffnen und Fachkräftegewinnung gelingen kann“, sagt Joshua Zobel, Landesjugendsekretär der IGBCE in Nordrhein-Westfalen.

Schon in seiner Heimat hatte der 18-Jährige Mauricio eine technische Ausbildung begonnen. Am CTHA absolvierte er ein technisches Fachabitur im Bereich Industriemechanik mit Theorie- und Praxisanteilen – von Mathematik und Physik bis zum Arbeiten an Dreh- und Fräsmaschinen. Auch Deutschunterricht gehörte zur Vorbereitung auf den Schritt nach Deutschland.

Seine Begeisterung für Technik kommt nicht von ungefähr: Sein Vater arbeitet als Mechaniker für Nähmaschinen. Schon als Kind half der Sohn ihm dabei, Geräte auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen. „Vielleicht kommt daher meine Leidenschaft für Technik“, sagt er.

Im Betrieb hat er schnell Anschluss gefunden. Besonders gefällt ihm das Miteinander: „Die Teamarbeit ist sehr stark, jeder unterstützt jeden.“