Vor Ort

Nordost

News

Vor Ort: Nordost

Berlin

BASF: Nein zu Bereichsverlagerung

„Wir waren immer verlässlich“: Berlins Bürgermeister Kai Wegner.

Foto: Fionn Große

Mehr als 300 BASF-Beschäftigte folgten am 27. Februar 2026 dem Aufruf der IGBCE und protestierten gegen den Entschluss des Unternehmens, den Bereich BASF Services von Berlin nach Indien zu verlagern.

Auch Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister Berlins, appellierte in seiner Rede: „Unsere Stadt hat sich über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort für die BASF erwiesen. Der Berliner Senat setzt sich dafür ein, dass diese gelebte Partnerschaft auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fortgeführt wird. Dafür braucht es offene Gespräche, Transparenz und die Bereitschaft zu tragfähigen Kompromissen und vor allem einen verantwortungsvollen Umgang mit den Beschäftigten.“

Tarifmeldungen

Chemie – BEWI RAW: 1.500 Euro Einmalzahlung, Erhöhung der Auszubildendenvergütungen, auf 13 Monate, schrittweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 37,5 Stunden /Woche bei vollem Entgeltausgleich, Einführung einer Altersvorsorge.

Wasserwirtschaft – Wasser und Abwasser Boddenland: + 5 Prozent, mehr Freizeitausgleich bei Rufbereitschaft, Entgeltumwandlung 3 Tage, auf 24 Monate.

Schwedt

PCK: 1.200 Arbeitsplätze gesichert

Erst mal aufatmen bei der PCK.

Foto: PCK Raffinerie GmbH

Großes Aufatmen: Die PCK-Raffinerie in Schwedt erhält eine unbefristete Befreiung von US-Sanktionen. Damit sind allein bei der PCK 1.200 Arbeitsplätze gesichert. IGBCE und der PCK-Betriebsrat begrüßen die neu geschaffene Rechtssicherheit für den Standort in Schwedt.

Rolf Erler, Bezirksleiter der IGBCE Berlin-Mark Brandenburg-MV: „Auch wenn das Damoklesschwert der US-Sanktionen dauerhaft vom Tisch ist, bleiben die Herausforderungen für die PCK. Dazu gehören die Frage der nachhaltig sicheren Versorgung der Raffinerie mit Rohöl und die Entwicklung der Zukunftsprojekte am Standort. Die IGBCE wird nicht nachlassen, hier auf Lösungen und eine Weiterentwicklung zu dringen.“

Nordost

Personalien

Linnea Weiß begann am 1. März 2026 ihre Ausbildung zur Gewerkschaftssekretärin im Bezirk Berlin-Mark Brandenburg-MV. Vorher war sie zwei Monate Projektmitarbeiterin und unterstützte das Landesbezirksteam während der Tarifrunde Chemie und im Zuge der Verhandlungen bei der BASF Services Europe. Berufliche Erfahrung sammelte sie unter anderem in Brüssel in der politischen Kommunikation mit Fokus zu Themen der Nachhaltigkeit.

In seiner Familie spielte Betriebsratsarbeit, Solidarität und Politik seit Generationen eine große Rolle. Kein Wunder, dass auch Tilo Podstatny-Scharf in diese Fußstapfen tritt. Seinen 33. Geburtstag feiert er gleich in der ersten Woche als neuer Trainee im Bezirk Sachsen-Anhalt. Tilo Podstatny-Scharf hat in Frankfurt Politik und Soziologie studiert.

Fotos: privat

Foto: privat

3 Fragen an …

Tom Karl

Der frischgebackene Gewerkschaftssekretär über Jugendarbeit und zeitgemäße Kommunikation.

Als frischgebackener Gewerkschaftssekretär liegt dein Schwerpunkt auf Jugendarbeit. Welche Akzente willst du in der gesellschaftspolitischen Arbeit setzen?

Gerade mit Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage und die Werkschließungen im Nordosten brauchen wir eine besonders präsente und starke Jugend, die sich für ihre Interessen und ihre Heimat einsetzt. Deshalb wollen wir die Themen der IGBCE-Jugend künftig noch stärker in Gremien, Tarifrunden und gegenüber der Politik vertreten. Nur so können wir die Rahmenbedingungen für Ausbildung, für junge Fachkräfte und für den Berufseinstieg aktiv mit­gestalten.

Wie kann die Jugend selbst dafür sorgen, dass ihre Interessen stärker gehört werden? Welche drei Punkte sind besonders wichtig?

Das Wichtigste ist: Mitmachen und laut sein. Junge Menschen müssen Aktivismus mitbringen und bereit sein, Zeit in die Gestaltung ihrer Arbeitswelt zu investieren den organisatorischen Rahmen dafür bieten wir als IGBCE. Erstens brauchen wir mehr Jugendtarifmandate. Nur so stellen wir sicher, dass Themen rund um Ausbildung und junge Beschäftigte in Tarifverhandlungen nicht untergehen. Zweitens brauchen wir mehr junge Betriebsräte sowie aktive Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Sie sind unsere wichtigsten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Betrieben. Und drittens gilt: Beteiligung auf allen Ebenen. Eine Gewerkschaft ist eine grunddemokratische Organisation – wer sich einbringen möchte, findet dafür viele Möglichkeiten. Mich motiviert besonders, zu sehen, wie viele engagierte junge Menschen es bereits gibt. Gewerkschaft lebt nicht von Hauptamtlichen, sondern von ihren Mitgliedern. Wenn ich erlebe, wie sich junge Kolleginnen und Kollegen in ihrer Freizeit engagieren, um ihrem Ehrenamt gerecht zu werden und andere zu erreichen, ist das wirklich beeindruckend. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel neben Ausbildung oder Beruf zusammenkommen kann aber dieses Engagement lohnt sich.

Social Media sind aus zeitgemäßer Jugendarbeit kaum noch wegzudenken. Du bist auch für die Kommunikation zuständig. Welche Rolle spielen die digitalen Kanäle?

Im Landesbezirk Nordost sind wir auf Facebook und Instagram bereits sehr gut aufgestellt. Diese Präsenz wollen wir weiter ausbauen, um mit unseren Themen sichtbar zu bleiben und junge Menschen zu erreichen. Auch mit Pressemitteilungen und unserer Mitgliederzeitschrift leisten wir bereits gute Kommunikationsarbeit und entwickeln unsere Formate stetig weiter, damit sie auch für die nächste Generation attraktiv bleiben. Der Aufwand hinter Social Media wird oft unterschätzt, aber mir macht es auch persönlich Spaß, darüber Botschaften zu transportieren. Wir freuen uns natürlich, wenn unsere Ehrenamtlichen Beiträge teilen, kommentieren oder uns auf Instagram verlinken. So entstehen zusätzliche Reichweite und Vernetzung. Gleichzeitig behalten wir immer die Qualität unserer Inhalte und unsere gewerkschaftlichen Werte im Blick.

Halle (Saale)

SOS aus Ostdeutschland

Zum Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Halle (Saale) machte Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak bei der regionalpolitischen Jahrestagung 2026 auf die angespannte Lage der Industrie in Mittel- und Ostdeutschland aufmerksam. Sie warnte vor dem Ausbluten der Industrie in Ostdeutschland und hob hervor, dass mit der regionalpolitischen Tagung des Bundeswirtschaftsministeriums ein wichtiger Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Partnern stattfinde. Albrecht-Suliak mahnte, es komme jetzt darauf an, diesen Dialog zu verstetigen und in konkrete Maßnahmen zu überführen für Sicherheit, Perspek­tiven und eine starke industrielle Zukunft mit Chemie und Energie in Mitteldeutschland.

Foto: DGB

Berlin

Frauenpower

In Berlin lief die Demonstration zum Internationalen Frauentag unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Verbänden und Initiativen. Mehr als 30.000 Menschen waren unterwegs und haben für gleiche Rechte und Schutz vor Gewalt an Frauen demonstriert. IGBCE-Gewerkschaftssekretärin Elke Swolinski: „Danke an euch alle, die ihr mit uns für Frauenrechte, echte Gleichstellung und Schutz von Frauen vor Gewalt auf die Straße gegangen seid!“