Bindungsschwäche
Die Tarifbindung ist in Deutschland seit Jahren auf dem Rückzug. Weniger Beschäftigte stehen unter dem Schutz von Tarifverträgen und Betriebsräten. Dabei ist der Unterschied zwischen Tarif und kein Tarif beträchtlich. Es scheint, dass viele Arbeitgeber unter Bindungsschwäche leiden.
Tarifbindung
Sie betrug im Jahr 2000 noch um die 70 Prozent und ist seitdem kontinuierlich gesunken. Mittlerweile fallen nur noch rund die Hälfte der Beschäftigten und ein Viertel der Betriebe unter eine Tarifbindung.
Quelle: WSI, IAB
Mehr Tarif in großen Betrieben
Je größer ein Betrieb, umso wahrscheinlicher gibt es einen Tarifvertrag und einen Betriebsrat.
(Angaben in Prozent)
Quelle: Hohendanner, Kohaut, IAB
Kein Tarif? Tja …
Beschäftigte ohne Tarifbindung verdienen weniger, bekommen weniger Sonderzahlungen und arbeiten länger.
Quelle: WSI
Kommt auf die Branche an
Gibt es einen Betriebs- oder Personalrat? Das ist von Branche zu Branche ganz unterschiedlich.
Quelle: Hohendanner, Kohaut, IAB; HBS
Viel Engagement
Tarifbindung herzustellen ist harte Arbeit. Gewerkschaften schaffen sie – dank des Engagements von Beschäftigen und Ehrenamtlichen, die zum Beispiel Mitglied in Tarifkommissionen der IGBCE sind.
Quelle: IGBCE
In Europa im Mittelfeld
Im europäischen Vergleich belegt Deutschland mit einen Wert von knapp unter 50 Prozent Tarifbindung einen Platz im unteren Mittelfeld. Eine neue EU-Richtlinie verlangt von Ländern mit einer Quote von weniger als 80 Prozent, dass die jeweilige Regierung einen Maßnahmenplan zur Verbesserung der Tarifbindung vorlegt und Erfolge überprüft.
Quelle: OECD, IAB, WSI