Parallelität der Ereignisse
Es gibt Tage, da ballen sich die Nachrichten geradezu symbolhaft. Diese Zeilen entstehen just an dem Tag, da die Zeitungen den Tarifkompromiss in der Chemie analysieren, die Bundesregierung ihre Agenda für ein Comeback der Branche vorstellt – und BASF einen neun Milliarden Euro teuren Standort in China eröffnet. Eine Parallelität der Ereignisse, die symptomatisch für die aktuelle Großwetterlage ist.
Die Konzerne suchen ihr Heil vor allem im Ausland und klagen über die roten Zahlen, die sie in der Heimat schreiben. Weil weltweit die Produktion immer weiter ausgebaut wird, bricht hierzulande wichtiges Exportgeschäft weg. Die deutschen Standorte sind zudem maximal belastet durch hohe Energie- und CO2-Kosten – und stehen deshalb ganz oben auf den Streichlisten der Konzerne. Wenn aber die Grundstoffchemie an den Verbundstandorten wegfällt, stehen ganze Chemieparks auf der Kippe.
Es gilt also gegenzusteuern – mit einer gemeinsamen Comeback-Strategie. Die Beschäftigten haben vorgelegt – mit einem maßvollen Tarifabschluss. Jetzt sind Politik und Industrie an der Reihe. Wann sehen wir mal wieder eine Neun-Milliarden-Investition in der deutschen Chemie?
Lars Ruzic, Chefredakteur
lars.ruzic@igbce.de
Schulterblick
Aus der Produktion dieser Ausgabe
Foto: Andreas Reeg
Selbst ist der Chef
Am Rande einer Tarifaktion in Bad Breisig schulterte BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk einen Sack mit Tausenden Postkarten von Beschäftigten. Darauf hatten sie niedergeschrieben, warum die Forderungen der IGBCE wichtig seien.
Foto: Moritz Küstner
In unseren Farben
Wie nennt ihr das? Berliner? Krapfen? Fasnetsküchle? Pfannkuchen? Im Seniorenarbeitskreis aus unserem Porträt sagen sie Kreppel. Es ist auf jeden Fall ein ideales Gebäck für IGBCE-Veranstaltungen – in unseren Farben.
Foto: Moritz Küstner
In aller Stille
Zur Premiere des Melt!-Festivals 1997 war unser Fotograf Moritz Küstner erstmals in Ferropolis. 19 Jahre später kehrte er für unsere Reiserubrik „Betriebsausflug“ zurück und entdeckte den Ort ohne Trubel noch einmal ganz neu.