„Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt“: So lautet das Motto der diesjährigen Chemie-Tarifrunde.
Keine Nullrunde
Es wird ernst: Mitte Dezember hat die IGBCE die finale Forderung für die Chemie-Tarifrunde 2026 beschlossen. Anfang des Jahres haben die Tarifverhandlungen auf regionaler Ebene stattgefunden – ohne Ergebnis. Deshalb wird nun auf Bundesebene weiterverhandelt.
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Kurz vor Jahresende hat die Bundestarifkommission der IGBCE die finale Forderung für die Chemie-Tarifrunde 2026 beschlossen: Spürbare Lohnsteigerungen und Beschäftigungssicherung stehen im Mittelpunkt der Forderung für die rund 585.000 Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Das Motto lautet: „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.“ Dem Beschluss vorausgegangen war eine mehrwöchige Forderungsdiskussion, an der sich Gewerkschaftsmitglieder bundesweit so breit beteiligen konnten wie noch nie. Allein an einer digitalen Umfrage nahmen mehr als 23.000 Menschen teil. Die Rückmeldungen hätten schnell ein klares Bild ergeben, berichtete IGBCE-Verhandlungsführer und -Tarifvorstand Oliver Heinrich bei der Vorstellung der Forderung.
„Unsere Kolleginnen und Kollegen wissen sehr genau, wie angespannt die Lage in Teilen ihrer Industrie ist“, sagte Heinrich. „Aber weder haben sie die Situation zu verantworten, noch wollen sie die Zeche dafür zahlen.“ Zumal ihre Reallohnverluste nach Jahren mit Rekordinflation bis heute nicht komplett ausgeglichen seien. „Es gibt immer noch massiven Nachholbedarf bei den Löhnen“, so der Verhandlungsführer.
Es gibt immer noch massiven Nachholbedarf bei den Löhnen.
Oliver Heinrich,
IGBCE-Verhandlungsführer
Konkret fordert die Bundestarifkommission deshalb eine Erhöhung der Einkommen für die Tarifbeschäftigten und die Auszubildenden, die die Kaufkraft weiter stärkt, und verbindliche tarifliche Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung.
Forderungen der Arbeitgeber nach einer Nullrunde erteilte Heinrich eine klare Absage. „Zum einen rettet das keinen Job in dieser Branche, die so kapitalintensiv ist wie kaum eine andere. Zum anderen gibt es genug Betriebe, die gut verdienen, und Industriesparten, die wachsen“, stellte er klar. „Mit Lohnverzicht retten wir die Branche nicht.“
Der IGBCE-Verhandlungsführer wies darauf hin, dass die Politik viele Maßnahmen auf den Weg gebracht habe, um die Branche zu stärken – nicht zuletzt mit der Chemieagenda 2045. „Das wird unsere Industrie wieder auf Wachstumskurs bringen. Unsere Unternehmen sind wettbewerbsfähig und können die aktuelle Schwächephase überwinden.“
Die Verhandlungen auf regionaler Ebene haben im Januar ohne Ergebnis geendet. Den Anfang der regionalen Verhandlungen hatte am 14. Januar der Tarifbezirk Nordrhein gemacht, in den darauffolgenden Tagen fanden die Verhandlungen in den weiteren Regionen statt. Den Abschluss bildete am 23. Januar das Saarland. Und mit der ergebnislosen Vertagung der dortigen Gespräche ist klar: Alle neun Regionen beauftragten die Bundesebene mit den Verhandlungen. IGBCE und Arbeitgeberseite verhandeln nun zentral für Deutschlands drittgrößte Industriebranche.
Thomas Meiers, Verhandlungsführer beim Verhandlungsauftakt in Nordrhein, berichtete dort, dass es zwar einen fairen Austausch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft gegeben habe, forderte aber: „Im Sinne von Standortsicherheit und Zukunftsfähigkeit müssen sich die Arbeitgeber auf uns zubewegen.“ Die Arbeitgeber hätten nämlich erklärt, dass es nichts zu verteilen gebe. Ähnlich verliefen auch die Gespräche in Hessen. Die dortige Verhandlungsführerin Sabine Süpke erklärte: „Der Graben zwischen den Blickwinkeln auf den Verteilungsspielraum ist groß.“
Die erste Bundestarifverhandlung findet am 3. und 4. Februar in Hannover statt. Die zweite Runde ist für den 23. und 24. Februar in Wiesbaden geplant. Alle wichtigen Infos zum Stand der Verhandlungen erhältst du aus erster Hand wie gewohnt über die „Meine IGBCE“-App. Du bist quasi mittendrin im Geschehen. Wichtig ist, dass du die Pushmitteilungen aktiviert hast.
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