Es wird wieder gewählt!
Die Betriebsratswahlen stehen an: Vom 1. März bis zum 31. Mai 2026 werden die Mitbestimmungsgremien in vielen Betrieben neu aufgestellt. Profil stellt Ideen, Köpfe und Themen aus dem Landesbezirk vor.
Fotos: privat
Daniela Kupsa ist nachgerückt – und auf den Geschmack gekommen: Als die Norbitec-Mitarbeiterin vor drei Jahren als Nachrückerin für den gemeinsamen Betriebsrat mit der größeren Nordmark gewählt wurde, trat sie der IGBCE bei. Vertrauensleutearbeit, Ortsgruppenvorstand und Botschafterin für KAAT (kaufmännische, akademische und außertariflich Beschäftigte): Schnell war klar, dass sie mehr bewegen will. Im Frühjahr nun sind die rund 140 Norbitec-Beschäftigten in Uetersen aufgerufen, ihren ersten eigenen Betriebsrat zu wählen. Daniela Kupsas Ziel: ein fester Platz im Gremium, um eine solide und lebendige Mitbestimmung aufzubauen. „Unsere Mutter Stada plant, an die Börse zu gehen. Darauf wollen wir als Arbeitnehmende vorbereitet sein.“
Wie wichtig ein starker Betriebsrat bei einer Unternehmensübernahme ist, weiß Katharina da Luz von Harbour Energy, ehemals Wintershall Dea, nur zu gut. „Unter unserem neuen Eigentümer werden etablierte Prozesse zum Nachteil der Kolleginnen und Kollegen verändert und bestehende Betriebsvereinbarungen gekündigt“, so die Betriebsratsvorsitzende. Ob Umzug der Hamburger Firmenzentrale oder neue Präsenzpflichten: „Mitbestimmung scheint nicht erwünscht.“ Entsprechend wichtig ist die Rolle des Betriebsrats als Anlaufstelle für die Fragen und die Ängste der Kolleginnen und Kollegen. Für Katharina da Luz ist klar: „Wir lassen nicht locker und kämpfen weiter für die Anliegen der Belegschaft.“ Deshalb kandidiert sie für die anstehenden Betriebsratswahlen.
Ehrenamtlich und engagiert im Landesbezirk: Daniela Kupsa, Dominik Fuchs, Katharina da Luz (große Porträts, von links), Holger Aschermann (oberes Gruppenbild, Mitte) und Ralph Mirus (unteres Gruppenbild, Dritter von rechts).
Fotos (2): IGBCE, Synthomer
Gremienbesetzung: gern vielfältig
Unternehmensverkauf, Umstrukturierungen oder Arbeitsplatzabbau: Die Herausforderungen für die neuen Betriebsräte sind riesig. „Die oftmals schwierigen Rahmenbedingungen in unseren Betrieben müssen gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden“, sagt Philipp Hering, Leiter des IGBCE-Bezirks Ibbenbüren. Dabei stehe der Erhalt der Arbeitsplätze immer an erster Stelle. „Das läuft nur mit starken Betriebsräten, die sich auf breiten Rückhalt in der Belegschaft verlassen können.“ Gefragt sind starke und engagierte Kandidierende. An die Kolleginnen und Kollegen appelliert er: „Geht wählen!“
Über großes Interesse an den Betriebsratswahlen freut sich Ralph Mirus von Synthomer in Langelsheim. „Es gibt schon zwanzig Kandidierende“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende. „Nach vielen Jahren stellen sich wieder Frauen zur Wahl.“ Seit August wirbt das Gremium, unterstützt vom IGBCE-Team Südniedersachsen, aktiv für die Betriebsratswahlen. „Wir haben überall betont, dass es uns wichtig ist, ein vielfältiges Gremium zu haben, und wir uns insbesondere über weibliche Vertreterinnen freuen würden.“
Bereits im Sommer 2025 haben die Beschäftigten beim Kunststoffproduzenten Georg Utz in Schüttorf gewählt. Sehr erfolgreich hat die Gewerkschaftsliste abgeschnitten – dank ihres sehr kreativen Wahlkampfes. Unterstützt durch das IGBCE-Team Ibbenbüren hatten Holger Aschermann und Kolleginnen und Kollegen einen Whatsapp-Kanal eingerichtet, über den sie ihre knapp 160 Abonnentinnen und Abonnenten mit Informationen versorgten – von Steckbriefen und Wahlzielen der Kandidierenden bis zu allgemeinen Infos über den Betriebsrat und seine Arbeit. Das Ergebnis: Fünf Kolleginnen und Kollegen wurden direkt in das Elfer-Gremium und Aschermann zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Maßgabe: bloß keine Zeit verlieren
Seit die Beschäftigten der SMP Logistik Service GmbH in Langenhagen bei Hannover im August ihren ersten Betriebsrat gewählt haben, weht ein neuer Wind im Unternehmen. Innerhalb eines halben Jahres hat das Siebener-Gremium um seinen Vorsitzenden Dominik Fuchs erreicht, dass die Arbeitssicherheit wieder in den Fokus der Geschäftsführung gerückt ist. Das nächste Ziel, einen Tarifvertrag, haben sie fest im Visier.
Dabei gilt für Dominik Fuchs wie für alle anderen neu gewählten Betriebsrätinnen und Betriebsräte: Bloß keine Zeit verlieren!