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Vor Ort: Nord
Foto: IGBCE
3 Fragen an …
Ralf Becker
Ab sofort unterstützt der Landesbezirk Betriebsräte dabei, für ihren Standort maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und Arbeitsplätze zu sichern. Was bietet ihr konkret an?
Wir bieten Betriebsräten die Expertise, die sie brauchen, um aktiv mitzugestalten. Dafür kommen erfahrene Beraterinnen und Berater direkt in den Betrieb, analysieren die Situation und prüfen, welche Perspektiven realistisch sind. Gemeinsam mit den Betriebsräten entwickeln sie konkrete Vorschläge, mit denen sie gut gerüstet in den Dialog mit der Geschäftsleitung gehen können. Auf Augenhöhe und mit dem Ziel, den Betrieb und die Arbeitsplätze zu sichern.
Wer kann sich bei euch Unterstützung holen?
Alle Betriebsräte im Landesbezirk, die nicht auf Lösungen „von oben“ warten möchten, sondern jetzt selbst aktiv werden und für ihre Belegschaft kämpfen wollen. Wendet euch an eure Betriebsbetreuerinnen und -betreuer oder direkt an uns im Landesbezirk. Innerhalb von 48 Stunden wird sich jemand von der IGBCE bei euch melden.
Was will die IGBCE damit erreichen?
Wir möchten, dass sich die Stimmung in den Unternehmen wieder ändert. In vielen Betrieben ist sie schlecht oder wird schlechtgeredet. Arbeitsplätze sind gefährdet oder werden bereits abgebaut. Die Kolleginnen und Kollegen blicken in eine ungewisse Zukunft. Das wollen wir drehen, indem wir die Betriebsräte dabei unterstützen, wieder ins Tun zu kommen und nicht auf die Entscheidungen der Arbeitgeber zu warten. Sich selbst mit dem Standort, seinen Risiken und Chancen zu beschäftigen, um das Heft wieder in die Hand zu nehmen.
Lübeck
Euroimmun: Mitbestimmung wirkt
Kosten sparen! So lautete die Anweisung des US-amerikanischen Mutterkonzerns Revvity an den Lübecker Labordiagnostikhersteller Euroimmun. Um den daraufhin angekündigten Abbau von mehr als 150 Stellen sozialverträglich abzufedern, haben sich Betriebsrat und Geschäftsführung auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geeinigt.
Der sieht ein auf Freiwilligkeit basierendes Melde- sowie Ansprachemodell vor, um „betriebsbedingte Kündigungen weitestmöglich zu vermeiden“, erläutert der Vertrauensleute-Vorsitzende Thomas Pfeiffer.
Dennoch ist der IGBCE ein Meilenstein in der Tarifbewegung für die mehr als 2.000 Beschäftigten gelungen: Die Wochenarbeitszeit wird in zwei Schritten bis Januar 2027 auf 37,5 Stunden herabgesetzt. „Noch vor zwei Jahren wurde eine Arbeitszeitreduzierung kategorisch abgelehnt“, berichtet Thomas Pfeiffer. Seitdem ist die Zahl der organisierten Kolleginnen und Kollegen in dem Unternehmen stark gestiegen. Sie betrachten den Abschluss als großen Erfolg.
Lübeck/Hannover
DGB: Solidarität statt Spaltung
Neuer DGB-Bezirksleiter: Ernesto Harder (Mitte).
Foto: DGB/Jelca Kollatsch
Laura Pooth übergibt dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther eine „Arbeitszeituhr“.
Foto: DGB/Cordula Kropke
Mit überragender Mehrheit haben die 85 Delegierten bei der Gewerkschaftskonferenz des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt am 6. Dezember Ernesto Harder zum neuen Bezirksleiter gewählt.
In seiner Rede forderte Harder Gute Arbeit, eine starke Wirtschaft, soziale Sicherheit, hochwertige Bildung und einen starken öffentlichen Dienst als „Grundsteine einer gerechten und produktiven Gesellschaft“. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften, darunter die IGBCE, setzten auf Solidarität statt Spaltung. „Gemeinsam mit Bündnispartnerinnen und -partnern aus Zivilgesellschaft, Verbänden und demokratischen Parteien werden wir Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen gerecht gestalten!“, sagte er.
Auf der Bezirkskonferenz des DGB Nord wählten die Delegierten ihre Vorsitzende Laura Pooth für weitere vier Jahre in ihr Amt. In ihrer Rede forderte die Gewerkschafterin, Norddeutschland als einen starken Industriestandort zu erhalten: „Wir können Vorreiter bei der Energiewende sein. Aber dafür brauchen wir sichere Jobs und gute, tarifgebundene Arbeit.“
Hamburg
Neujahrsempfang des Landesbezirks
Kritik an Conti-Zerschlagung, Sozialstaatsdiskussion und Ausblick auf 2026: Landesbezirksleiter Ralf Becker begrüßte rund 600 Mitglieder und IGBCE-Chef Michael Vassiliadis zum 41. Neujahrsempfang am 17. Januar in Hamburg.
Cordula Kropke
Hannover
Wechsel in der Bezirksleitung
Foto: IGBCE
Regina Karsch leitet seit dem 15. Dezember 2025 den Bezirk Hannover und löst damit Michael Linnartz ab, der in die Hauptverwaltung der IGBCE wechselt. Die ehemalige Vorstandssekretärin ist vielen Kolleginnen und Kollegen im Bezirk noch aus ihrer Zeit als Gewerkschaftssekretärin in Hannover gut bekannt.
Goslar
Mitglieder geehrt
Foto: Sabrina Flauger
Am 14. November 2025 fand in Goslar die diesjährige Jubilarfeier des Bezirks Südniedersachsen statt. In feierlichem Rahmen wurden die Mitglieder für ihre bis zu 75-jährigen Mitgliedschaften geehrt. „Solidarität, die Gleichheit, die Gemeinsamkeit. Gemeinsam handeln: Das ist die Gerechtigkeit, die wir wollen“, betonte IGBCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker in seiner Rede vor den Anwesenden.
Rodenberg
Übler Trick
Um seine Sanierung einzuleiten, hat der Wellpappehersteller Gissler & Pass Rodenberg Ende Dezember 2025 eine Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet. Die knapp 140 Beschäftigten am Standort wurden aufgefordert, Insolvenzgeld zu beantragen – obwohl die Auftragslage im Geschäftsjahr 2025 laut zuständigem Gewerkschaftssekretär Sören Tuleweit sehr gut gewesen sei. Rechtlich zulässig ist dies, weil der Eigentümer im September einen Betriebsübergang mitgeteilt hatte und laut Betriebsverfassungsgesetz bei Neugründungen auf einen Sozialplan verzichten kann. IGBCE und Betriebsrat vermuten dahinter „einen Trick, um mögliche Abfindungszahlungen zu verhindern“.