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Vor Ort: Hessen-Thüringen

Bad Orb

Zukunftswerkstatt: Gemeinsam für Klimaschutz

Die Teilnehmenden des Zukunftslabors klimaschonende Industrie.

Foto: IGBCE

Das Klima schützen und Arbeitsplätze in der Industrie erhalten: Das muss kein Widerspruch sein. Mitglieder von IGBCE und Umweltverbänden – etwa Scientists for Future, Fridays for Future und People for Future – haben sich im November 2025 beim Zukunftslabor klimaschonende Industrie des Landesbezirks getroffen, um Vorurteile abzubauen und gemeinsam Ideen für eine umweltgerechte Transformation zu entwickeln.

Moderiert haben die für bis zu 15 Personen konzipierte Veranstaltung Tanja Brumbauer vom Next Economy Lab und Oliver Venzke vom IGBCE-Kompetenzzentrum Bildung. „Wir wollen die Kontroverse zwischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sowie Umweltaktivistinnen und -aktivisten auflösen“, erklärt Oliver Venzke. „Wir gucken gemeinsam auf unser Bild von Nachhaltigkeit. Dann suchen wir danach, wie soziale und ökologische Kriterien Hand in Hand gehen können.“

Positives Feedback gab es hinterher von beiden Seiten. „Ich bin mit Leuten in Kontakt gekommen, mit denen ich sonst nicht rede, mit denen man über den Tellerrand schauen kann“, sagte etwa Jens Habermehl, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Veritas in Gelnhausen. Auch Anna Sztrum, IGBCE-Vertrauensfrau bei DeguDent, lobte den Austausch: „Konflikte sind oft in unseren Köpfen. Wenn man darüber spricht, kann man was erreichen. Sich auf der Straße festzukleben, ist ein Signal, aber bringt nicht viel.“

Wiesbaden

Jetzt wird gewählt!

Von März bis Mai 2026 wählen die Beschäftigten in den Betrieben ihre Betriebsräte neu.

Foto: Elephantlogic

Sie sind vor Ort für ihre Kolleginnen und Kollegen da, sie gestalten mit, wie die Arbeitswelt in den Betrieben aussieht – und stellen sich, wenn nötig, auch schon mal gegen den Arbeitgeber: die Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus den Reihen der IGBCE. Von März bis Mai wählen die Beschäftigten in den Betrieben die Mitglieder ihrer Betriebsräte neu. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit dem vergangenen Sommer. Einige IGBCE-Mitglieder engagieren sich seit Jahrzehnten im Betriebsrat – und andere kandidieren zum ersten Mal.

Zum Beispiel bei Sanofi in Frankfurt. Das Pharmaunternehmen ist traditionell einer der ersten Betriebe im Landesbezirk Hessen-Thüringen, in denen gewählt wird. Bereits im März geht es los. Über einen Zeitraum von vier Tagen können die Beschäftigten dann ihre Stimme abgeben. Bereits im Oktober wurden die Wahlvorstände geschult. Am zweiten Dezember haben die IGBCE-Vertrauensleute im Unternehmen ihre Liste für die Wahl verabschiedet. Bei der vergangenen Betriebsratswahl im Jahr 2022 hat die IGBCE-Liste mehr als die Hälfte der 33 Sitze gewonnen.

Foto: privat

Nicole Engelhaupt kandidiert zum ersten Mal für den Betriebsrat. Sie ist schon seit rund zwanzig Jahren Gewerkschaftsmitglied – und hat sich jetzt entschieden, selbst aktiv zu werden. „Wir brauchen für den Betriebsrat eine gute Mischung“, sagt sie. „Nicht nur die alten Hasen, sondern auch neue Gesichter. Ich bin überzeugt, mit zwanzig Jahren Erfahrung auf verschiedenen Positionen im Unternehmen kann ich da wertvolle Perspektiven beisteuern.“ Eine Prognose, ob sie gleich gewählt wird, wagt sie nicht. Bei einem guten Ergebnis für die IGBCE-Liste wäre sie drin; falls nicht, hätte sie aber sehr gute Chancen, im Laufe der Amtszeit nachzurücken.

Foto: privat

Armin Wick ist schon seit Anfang der 2000er-Jahre im Betriebsrat. Seine Beobachtung: „In meinen Anfangsjahren als Betriebsrat war die Führung im Unternehmen menschlicher.“ Wick kümmert sich schwerpunktmäßig um die Beschäftigten in den Einkommensgruppen 1 bis 8, unterstützt sie beispielsweise bei den Themen Eingruppierung und Höhergruppierung, bei Versetzungen und anderen Personalangelegenheiten. Und er ist Spezialist für die Themen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Armin Wick kandidiert auf Listenplatz 3 – und damit ist kaum vorstellbar, dass er nicht wiedergewählt wird. Für ihn wird es das letzte Mal sein. In zwei Jahren will er in Rente gehen; dann muss er den Betriebsrat verlassen und eine Kandidatin oder ein Kandidat von der Liste wird in das Gremium nachrücken. Bis dahin wird Armin Wick sein Wissen an ein anderes Betriebsratsmitglied weitergeben.

Wiesbaden

Gut geworben

Die vollständige Angleichung an den Chemieentgelttarifvertrag – das ist das Ziel der IGBCE bei der Mitsubishi Polyester Film GmbH. Um dies zu erreichen, hat die IGBCE im Betrieb zahlreiche neue Mitglieder gewonnen. Es sei Zeit, dass die Belegschaft den verdienten Anteil am Erfolg des Unternehmens erhalte, sagt Arif Ulusoy, Vorsitzender des IGBCE-Vertrauenskörper-­Vorstands und des Betriebsrats. Mit der Inbetriebnahme einer neuen Folienproduktionsanlage habe das Unternehmen einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit und -sicherung gemacht.

Marburg

Abschied bei CSL Innovation

Rund zwei Wochen, nachdem der Sozialplan und der Interessenausgleich bei CSL Innovation vorgestellt worden waren, trafen sich die Beschäftigten am 16. Dezember 2025 noch einmal zu einer Betriebsversammlung.

Zu Gast war Umut Sönmez, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium. Er setzte sich massiv für den Erhalt der rund 500 Arbeitsplätze und – als klar war, dass das nicht möglich ist – für eine gute Lösung für die Beschäftigten und den Erhalt des Pharma- und Forschungsstandorts Marburg ein. Sönmez erinnerte an die Kundgebung am 30. Juli mit rund 4.000 Menschen und an die Gründung einer Task Force aus Politik und Wirtschaft.

Erschütternd aus Sicht der IGBCE: Die Standortschließung hatte rein strategische Gründe, jeglicher Vorschlag des Landes lief ins Leere – das Opfer: die Beschäftigten. Bis Mitte Januar sollten sie entscheiden, ob sie in eine Transfergesellschaft wechseln oder eine Abfindung annehmen wollten. Eine Entscheidung unter enormem Zeitdruck in einer fragilen Zeit des Jahres. „Die Personalabteilung geht in den Weihnachtsurlaub und die Beschäftigten müssen wichtige Zukunftsentscheidungen treffen“, kritisiert Anne Weinschenk, Bezirksleiterin Mittelhessen. Sie betont: Die IGBCE unterstützt in dieser schwierigen Zeit. „Wir sind für unsere Mitglieder da.“