News
Vor Ort: Bayern
Neumarkt in der Oberpfalz
Jugend plant 2026
Der Landesbezirksjugendausschuss zum Jahresabschluss.
Foto: IGBCE
Der Landesbezirksjugendausschuss hat sich im Dezember zu seiner Jahresabschlusssitzung in Neumarkt in der Oberpfalz getroffen. Beim gemeinsamen Weihnachtsessen blickten die Mitglieder auf ein erfolgreiches Jahr nach der Wahl zurück. Das Fazit: In kurzer Zeit ist eine engagierte Gruppe zusammengewachsen. Inhaltlich diente die Sitzung nicht nur der Rückschau, sondern vor allem dem Blick nach vorn. Gemeinsam mit dem Teamendenarbeitskreis wurden die JAV-Seminare für das kommende Jahr geplant. Zudem diskutierte der Ausschuss, wie junge Menschen und Azubis künftig authentisch für die Gewerkschaft gewonnen werden können. Weitere Themen: die Jugendaktion beim Bayerntag am 21. Februar und Workshops beim Landesjugendtreffen.
Penzberg
Azubistimmen zur Tarifrunde
Intensiv im Austausch mit Roche-Azubis.
Foto: IGBCE München
Zu einem „Markt der Möglichkeiten“ für Auszubildende hatte die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) von Roche in Penzberg die IGBCE Mitte November eingeladen. Die Gewerkschaftssekretäre Joseph Streibl und Tobias Meinhardt informierten über die anstehende Tarifrunde Chemie, kamen mit den Azubis ins Gespräch und brachten in Erfahrung, was ihnen im Zuge der anstehenden Verhandlungen am wichtigsten ist. Zentrale Anliegen waren eine faire, existenzsichernde Bezahlung sowie Sicherheit – im Betrieb und darüber hinaus.
Rund 150 Azubis beteiligten sich an der Umfrage, deren Ergebnisse in die bayerische Jugendforderung zur Tarifrunde Chemie eingeflossen sind.
Bayern
Chemie-Tarifrunde: Nullrunde kommt nicht infrage
Die IGBCE-Tarifkommission bekräftigt ihre Forderungen.
Foto: Michael Kniess
Ohne Einigung ist die regionale Chemie-Tarifrunde in Bayern am 22. Januar zu Ende gegangen. IGBCE Bayern und Arbeitgeberseite sind zu keinem Ergebnis gekommen. Die Forderungen der Gewerkschaft nach spürbaren Lohnsteigerungen und verbindlichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung für die rund 70.000 Beschäftigten im Freistaat wies die Arbeitgeberseite zurück.
IGBCE-Verhandlungsführer und Landesbezirksleiter Harald Sikorski erklärte, die Lage der chemischen Industrie sei zwar in Teilen angespannt, dies dürfe aber nicht bedeuten, dass alle Probleme der Branche auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Zugleich gebe es zahlreiche Betriebe und Bereiche, in denen es rundlaufe.
Eine Nullrunde lehnte Sikorski klar ab: Sie helfe einer kapitalintensiven Branche mit einem Lohnkostenanteil von nur circa 15 Prozent der Gesamtkosten nicht weiter. Die Tarifrunde unter dem Motto „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt“ wird am 3. Februar auf Bundesebene in Hannover fortgesetzt. Am 28. Februar 2026 laufen die aktuellen Verträge aus.
Weißenburg
Austausch im Regionalforum
Die IGBCE-Mitglieder in den Weißenburger Kunststoffbetrieben haben sich im November zum Austausch im Regionalforum getroffen. Mit diesem will sich die Kunststoffgewerkschaft für die Herausforderungen des Strukturwandels in der Region wappnen. Schließlich machten vor allem die mittelfränkischen Automobilzulieferer zuletzt mit schlechten Nachrichten auf sich aufmerksam. Hans-Jürgen Aisenbrey, Initiator und Sprecher des Regionalforums, betont die Wichtigkeit des betriebsübergreifenden Austauschs, um von gemeinsamen Erfahrungen profitieren zu können. Statt auf die nächsten Hiobsbotschaften zu warten, wollen die engagierten Mitglieder die Transformation der regionalen Wirtschaft im Regionalforum aktiv mitgestalten. Für 2026 planen sie Aktivitäten für die IGBCE-Mitglieder im Landkreis Weißenburg.
Bayern
Kampagne für Bildungszeit
In Bayern sträubt sich die Staatsregierung massiv gegen ein Bildungszeitgesetz. Daher hat der DGB mit zahlreichen anderen Verbänden aus Sport, Sozialem, Wirtschaft und Kultur das breite Bündnis Bildungszeit gegründet. Im Frühjahr startet die große Kampagne für die Bildungszeit, an der auch die IGBCE aktiv beteiligt sein wird. Das Ziel: Spätestens zur Landtagswahl soll eine politische Entscheidung erwirkt sein.
München
Gelebte Sozialpartnerschaft in Bayern
Bei der Sozialpartnerveranstaltung 2025 von IGBCE, dem Verein der Bayerischen Chemischen Industrie (VBCI) und dem Verband der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern (KVI) stand die betriebliche, tarifliche Altersvorsorge im Mittelpunkt. In Impulsvorträgen tauschten sich ehrenamtliche Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus der chemischen und Kunststoff verarbeitenden Industrie mit der Arbeitgeberseite aus. Diskutiert wurden das bewährte System der tariflichen Altersvorsorge und mögliche Weiterentwicklungen.
Bayern
Brennpunkt Pflege
Der Landesfrauenausschuss der IGBCE Bayern richtet am 18. März anlässlich des Weltfrauentags das Format „Brennpunkt Pflege“ aus. Bei der digitalen Veranstaltung von 18 bis 20 Uhr werden unter anderem diese Fragen im Blickpunkt stehen: Was ist los mit unserer Pflegeversicherung und mit dem Pflegesystem in Deutschland? Ist das System wirklich unterfinanziert und nur noch als „Teilkasko“ denkbar? „Wir wollen in der derzeitigen Pflegedebatte auf die Fakten blicken“, sagt IGBCE-Landesfrauensekretär Stefan Plenk. „Wir bieten für alle Kolleginnen und Kollegen, die mit dem Thema konfrontiert werden, erste Grundinformationen, was man tun sollte und wer einem helfen kann.“ Die Einladung zur Veranstaltung folgt.
München
Deutlicher Rückgang bei Ausbildungsplätzen in der Chemie
Für die IGBCE-Jugend betonte Joseph Streibl den dringenden Handlungsbedarf.
Foto: IGBCE
Die Ausbildungsplatzsituation in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Bayern hat sich im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. So ist die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze um rund 100 auf etwa 1.000 zurückgegangen. Auch die Zahl der tatsächlich besetzten Plätze ging deutlich zurück und lag mit rund 850 auf dem tiefsten Stand seit 2010. Das ist das Ergebnis des Runden Tischs Ausbildung, zu dem sich Vertreterinnen und Vertreter von IGBCE und Arbeitgeberverband Chemie Bayern getroffen haben.
Joseph Streibl, für Ausbildung zuständiger Gewerkschaftssekretär, kritisiert diese Entwicklung. „Angesichts der Tatsache, dass junge Menschen sich heute ihren Ausbildungsbetrieb aussuchen können, müssen die Betriebe stärker für sich werben und mehr unternehmen, um geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden.“ Dringenden Handlungsbedarf sieht IGBCE-Landesbezirksleiter Harald Sikorski auch bei der Übernahmesituation. „Etwa ein Drittel der Ausgelernten bekommt zunächst nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Aufgrund des Facharbeitermangels in den Betrieben und der besseren Zukunftsaussichten für die jungen Menschen muss diese Praxis dringend verändert werden.“
Die Tarifparteien evaluieren jährlich die Zahl der Ausbildungsplätze in der Branche. Dies ist eine der Vereinbarungen des 2003 in Kraft getretenen Tarifvertrags „Zukunft durch Ausbildung“.